Auslaufen mit Lüdecke : Hertha plant das „Waterloo“

Dem Tagesspiegel ist ein geheimes Strategiepapier zugestellt worden. Hertha soll den Europa-League-Platz auf jeden Fall verhindern.

Gute Schüsse passé. Hertha plant das Waterloo.
Gute Schüsse passé. Hertha plant das Waterloo.Foto: Manfred Thomas

Dem Tagesspiegel ist ein geheimes Strategiepapier zugespielt worden. Und zwar von einer Gruppe sportrevolutionärer Whistleblower um Edward Snowden und Ete Beer. Das zwölfseitige brisante Dokument stammt offenbar aus den höchsten Etagen von Hertha BSC und besteht aus zwei Teilen. Einer Bestandsaufnahme und einem Aktionsplan. So wie es sich darstellt, ist man bei Hertha mit der sportlichen Entwicklung sehr zufrieden.

Man habe aus einer eher durchschnittlichen Truppe das Optimum herausgeholt. Man sei sich aber gleichzeitig sicher, dass eine Dreifachbelastung aus Liga, Pokal und Europa League für den Verein noch etwas zu früh käme. So etwa ein, zwei Jahrzehnte. Man hatte ja schon in den vergangenen Spielzeiten große Probleme mit der Doppelbelastung: Hin- und Rückrunde.

Kreativität einstellen

Deshalb wurde von den Führungsgremien der Aktionsplan „Waterloo“ entwickelt, der gewährleisten soll, dass Hertha die zur Europa League berechtigenden Plätze fünf und sechs keinesfalls erreicht. Der Plan sieht im Einzelnen vor, die Kreativität einzustellen, auf Torschüsse zu verzichten und das Punktesammeln in der Rückrunde zu vermeiden. Das sei auch weitestgehend gelungen. Man habe die letzten neun (!) Auswärtsspiele verloren. Klubrekord! Man habe von den letzten acht Spielen insgesamt sechs verloren.

Aber es wird auch Kritik an Spielern geübt. Sie hätten den Aktionsplan nicht zur Zufriedenheit umgesetzt, heißt es, und das Projekt „Waterloo“ laufe Gefahr, aufzufliegen. Konkret geht es um den Spieler Kalou, dem aufgetragen wurde, weniger zu laufen. Er sei in den letzten Spielen aber fast durchweg stehen geblieben. Des Weiteren werden Jarstein und Esswein ermahnt, es mit Slapstick-Einlagen und Katastrophenfehlpässen nicht zu übertreiben.

Innenverteidigung sperren lassen

Die Verantwortlichen bekunden darüber hinaus große Sorge, weil der Klub trotz aller Anstrengungen immer noch auf Platz sechs stehe. Deswegen hat man für das letzte Auswärtsspiel vorsorglich die komplette Innenverteidigung sperren lassen. In ersten Analysen wird der Aktionsplan „Waterloo“ durchweg gelobt. Man habe weitsichtig agiert. Dass man derzeit immer noch so gut dastehe, läge eindeutig an anderen Klubs, die sich noch dämlicher anstellten. Und das wiederum läge nun wirklich nicht im Verantwortungsbereich von Hertha BSC.

Der Berliner Kabarettist Frank Lüdecke schreibt bei uns jeden Montag über die Fußball-Bundesliga.
Der Berliner Kabarettist Frank Lüdecke schreibt bei uns jeden Montag über die Fußball-Bundesliga.Zeichnung: Tsp

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