AUSWÄRTS Spiel : KFC Uerdingen - MSV Duisburg

22. Januar, Krefeld, Grotenburg-Stadion: 7112 Retter sind gekommen – einer fehlt

Wenn es stimmt, dass jeder Verein die Fans bekommt, die er verdient, weiß man nicht genau, ob man den KFC Uerdingen zu seinem Anhänger Pete Doherty beglückwünschen soll. Dass sich der Ex- Freund von Kate Moss als Fan des KFC geoutet hat, hat dem Oberligisten zwar weltweit Publicity eingebracht; als es aber auf jeden Mann (und jeden Euro) ankommt, ist Doherty natürlich nicht da. Tagelang hielt sich das Gerücht, er könne beim Retterspiel gegen Duisburg (0:2) in der Grotenburg sein. Es bleibt ein Gerücht.

Trotzdem kommen an diesem nasskalten Abend im Januar 7112 Zuschauer – für den Test eines Viertligisten eine mehr als stattliche Zahl. Nicht genug aber, um den Klub zu retten, der bis zum nächsten Tag 150 000 Euro auftreiben muss, um die Insolvenz abzuwenden. „Never surrender“, steht auf einem Transparent der Ultras, und auch die Junge Union gibt sich mit einem Banner als Unterstützer des KFC zu erkennen. Es ist ein bisschen so, als hätte der Klub erst in Existenznot geraten müssen, damit die Stadt ihre Liebe zu ihm entdeckt. 95 000 Euro bringt die neue Solidarität, doch nur weil der KFC in der Nacht noch einen neuen Sponsor gewinnt, ist der Klub gerettet. In der Oberliga liegen die Uerdinger nur auf Platz zehn, doch an diesem Abend entsteht so etwas wie neue Hoffnung. „Krefeld will Fußball haben“, sagt Trainer Aleksandar Ristic.

Der Abend endet mit dem Hinweis auf das nächste Spiel gegen Velbert: „Anstoß wäre um 19.30 Uhr.“ Nein: Er ist. sth

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