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Basketball : Aíto García Reneses wird Trainer von Alba Berlin

Basketball-Bundesligist Alba Berlin hat einen neuen Trainer. Der Spanier gilt als großer Talentförderer und hat schon mit heutigen NBA-Spielern wie Ricky Rubio und Pau Gasol zusammengearbeitet.

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Denkerstirn. Aito Garcia Reneses gilt als ruhiger, besonnener Trainer.
Denkerstirn. Aito Garcia Reneses gilt als ruhiger, besonnener Trainer.Foto: dpa

Als junger Mann hatte Aíto García Reneses einen ziemlich kurzen Auftritt in einem ziemlich erfolgreichen spanischen Film. Mehr als zwei Worte sah seine Rolle aber nicht vor und so verwarf er jegliche schauspielerischen Ambitionen. Reneses widmete seine ganze Aufmerksamkeit lieber dem Basketball. Zuerst als Spieler, später als Trainer. Mehr als fünf Jahrzehnte geht das jetzt schon so.

Nun, im Alter von 70 Jahren, hat ihn die Abenteuerlust gepackt. Zum ersten Mal in seiner beruflichen Laufbahn wird er Spanien verlassen und eine Trainerstelle im Ausland annehmen. Genauer gesagt in Berlin. Aíto García Reneses wird neuer Cheftrainer des städtischen Bundesligisten Alba. Das bestätigte er dem Tagesspiegel. „Es ist alles geklärt, nur unterschrieben ist noch nichts“, sagte er am Telefon, kurz vor dem Mittagessen. „Aber ich werde bald nach Berlin kommen, dann vollziehen wir den letzten Schritt.“ Alba Berlin bestätigte die Verpflichtung des neuen Trainers am Mittwoch. „Wir haben uns klar positioniert: Wir wollen gute Spieler weiterentwickeln und gleichzeitig auf hohem Niveau wettbewerbsfähig sein. Dafür ist Aito genau der Richtige", wurde Geschäftsführer Marco Baldi in einer Mitteilung zitiert.

Momentan weilt Reneses in Barcelona, der Stadt, in der er seine größten sportlichen Erfolge feierte und in der er immer noch lebt. Neun Mal gewann er die spanische Meisterschaft mit dem FC Barcelona, dazu kamen fünf Pokalsiege und eine olympische Silbermedaille bei den Spielen in Peking mit dem Nationalteam. Reneses ist einer der erfolgreichsten Basketballtrainer im mit erfolgreichen Basketballtrainern gesegneten Spanien.

Reneses förderte auch Ricky Rubio

Zuletzt legte er eine Pause ein, nachdem er bis Sommer 2016 sehr erfolgreich bei CB Gran Canaria tätig gewesen war. Kontakt zu den Verantwortlichen von Alba Berlin besteht laut Reneses bereits seit mehr als einem Jahr. Was ihn dazu bewogen hat, im hohen Traineralter den Schritt ins Ausland zu wagen? „Das ist eine sehr interessante Aufgabe bei einem sehr soliden, etablierten Klub“, sagt er. Interessant seien vor allem die jungen Spieler, mit denen er in Zukunft arbeiten könne. Ein Faible für die Jugend besitzt Reneses seit jeher.

Als er Joventut de Badalona trainierte, übertrug er die Geschicke auf dem Feld dem damals erst 17 Jahre alten Ricky Rubio, den er als großes Talent ausmachte. Heute zählt Rubio zu den besten Aufbauspielern in der nordamerikanischen NBA und verdient bei den Minnesota Timberwolves zweistellige Millionendollarbeträge. „Die Arbeit mit Talenten bereitet mir große Freude, ihre Entwicklung zu verfolgen und zu sehen, was sie einmal erreichen können“, sagt Reneses.

Alba wird immer spanischer

Baldi hatte nach der enttäuschenden Saison und dem Play-off-Aus in der ersten Runde gegen Bayern München angekündigt, in Zukunft verstärkt auf junge, erfolgshungrige Spieler setzen zu wollen. Mit Hinblick auf die Trainersuche sagte er im Mai: „Wir wollen einen Trainer für uns gewinnen, der dieses Programm mitträgt und mit unfertigen Spielern arbeiten und ihnen Vertrauen geben will.“ Hintergrund ist, dass Albas Nachwuchsarbeit zu den besten des Landes zählt beziehungsweise von vielen Fachleuten sogar für die beste gehalten wird, es aber zu wenige Spieler dann zu den Profis schaffen. Nachwuchs-Chef Konstantin Lwowsky und Jugendtrainer Patrick Femerling mussten den Klub verlassen.

Durch die Anstellung von Reneses setzt sich bei Alba der Trend zur Hispanisierung weiter fort. In Person von Sportdirektor Himar Ojeda und dem neuen Nachwuchs-Chef Raul Rodriguez befinden sich bereits zwei Spanier in strategisch wichtigen Positionen. Ojeda und Reneses hatten schon bei CB Gran Canaria zusammen gearbeitet.

In Berlin stehen die zwei vor einer kaum weniger anspruchsvollen Aufgabe. Reneses soll mit Ojeda an seiner Seite den Neuaufbau vollziehen, von der Ligaspitze zeigten sich die Berliner vergangene Saison weit entfernt. Noch so eine Spielzeit will bei Alba niemand erleben. Der neue Trainer wird also auch schnell Erfolge erzielen müssen, soll seine erste Auslandsstation nicht als Cameoauftritt enden.

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