Berliner AK nach dem Pokal-Aus : Was bleibt, ist eine Hymne

Die Fußballer des Berliner AK waren Helden für ein Spiel – nach dem Pokal-Aus gegen 1860 München kehren sie nun zurück in ihre kleine Regionalliga-Nische.

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Hiergeblieben. Der Berliner Kevin Kruschke (r.) kann Moritz Stoppelkamp nicht aufhalten. Der Münchner warf den BAK mit zwei Toren fast im Alleingang aus dem Pokal.
Hiergeblieben. Der Berliner Kevin Kruschke (r.) kann Moritz Stoppelkamp nicht aufhalten. Der Münchner warf den BAK mit zwei Toren...Foto: dapd

Zum Glück gibt’s Auerbach. Der Gedanke an den kommenden Gegner ließ die Enttäuschung bei Rocco Teichmann etwas schwinden. „Dort gibt es ein kleines, enges Stadion mit verhältnismäßig vielen Zuschauern“, sagte der Kapitän des Berliner Athletik Klubs. Teichmann war mit seiner Mannschaft gerade in der zweiten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden, 0:3 hieß es am Ende gegen 1860 München. Das Spiel hatten am Dienstagabend 2034 Zuschauer im Jahn-Sportpark verfolgt.

Normalerweise eine enttäuschende Kulisse, nicht so für den BAK. „Für unsere Verhältnisse war richtig was los“, sagte Teichmann. „Deshalb ist es ganz gut, dass wir jetzt gegen Auerbach wieder vor einigen Zuschauern spielen. Dann fällt das Umgewöhnen nicht so schwer.“ In Zukunft werden sich die Spieler wieder im Alltag in der Regionalliga zurechtfinden müssen. Dort geht es unter anderem gegen Optik Rathenow, die TSG Neustrelitz oder die Amateure von Union und Hertha BSC.

Zu den Heimspielen im Poststadion nahe dem Hauptbahnhof verlieren sich sonst kaum Fans. Am vergangenen Sonnabend wollten gerade einmal 84 Zuschauer das Spiel gegen Germania Halberstadt sehen. In Sachen Fanstruktur hat der BAK noch großen Nachholbedarf. Zum Pokalspiel am Dienstag wurde zwar die neue Rap-Vereinshymne präsentiert, doch bei der Snackauswahl und auch manchen Ansagen im Stadion bediente man weiter vor allem das überschaubare, vor allem türkischsprachige Klientel. Dabei hatten die Verantwortlichen gehofft, dass der sensationelle 4:0-Sieg in der ersten Runde gegen die TSG Hoffenheim einige neue Sympathisanten mobilisieren könnte.

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31.10.2012 23:41Die Bayern sind dabei. Mit einem 4:0 über Kaiserslautern zieht der Vorjahres-Finalist ins Pokal-Achtelfinale. Sehen sie hier in...

Doch wahrscheinlich hätte es dafür gegen 1860 einer weiteren Überraschung bedurft. Das Abenteuer DFB-Pokal endete gegen den Zweitligisten jedoch so, wie man es erwarten konnte. Der BAK stemmte sich gegen die Niederlage, die Spieler rannten und kämpften, aber am Ende waren sie in ihren Mitteln beschränkt. Die Helden der ersten Runde, allen voran Kevin Kruschke und Metin Cakmak, blieben dieses Mal wirkungslos. In den entscheidenden Momenten setzte sich die individuelle Qualität der Münchener durch. Den Doppeltorschützen Moritz Stoppelkamp oder Daniel Halfar bekam die Hintermannschaft um Teichmann nicht in den Griff. „Natürlich wollten wir weiterkommen“, sagt Teichmann. „Aber auf der anderen Seite sind wir mit dem Erreichten absolut zufrieden. Normalerweise plant man als Regionalligist ja nur mit einem Spiel.“

Der Einzug in den DFB-Pokal ist auch wieder das Ziel des BAK. Um das zu erreichen, muss man nach 2010 und 2012 wieder den Berliner Vereinspokal gewinnen. Weil die Profis und zweiten Mannschaften von Hertha BSC und dem 1. FC Union dort nicht spielberechtigt sind, ist der BAK als ranghöchster Verein der Favorit. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass der BAK in naher Zukunft Berlin häufiger im DFB-Pokal vertritt. In der Regionalliga Nord steht der Klub derzeit auf dem siebten Platz. Nach dem Sieg gegen Hoffenheim hatten es die Berliner schwer. „Die Gegner gaben auf einmal 120 Prozent. Jeder wollte uns schlagen“, sagt Teichmann.

Positiv war aus seiner Sicht, dass vor allem die jungen Spieler den Rummel nach dem Sieg gegen Hoffenheim gut verkraftet haben. „Da ist keiner abgehoben“, sagt Teichmann. Für den 26 Jahre alten Abwehrchef spiegelt die derzeitige Tabellenposition nicht das wahre Leistungsvermögen der Mannschaft wieder. „Ich denke, man hat im DFB-Pokal gesehen, dass wir ganz ordentlich Fußball spielen können. Nach ganz oben ist wohl nichts mehr drin, aber Platz drei oder vier ist in der Liga ein realistisches Ziel.“ Mit anderen Worten: Ab jetzt zählt nur noch Auerbach.

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