FC Internationale : DFB-Integrationspreis für Berliner Fußballklub

Tägliche Trainings- und Sozialarbeit, Projekte zur Integration von Flüchtlingen und Behinderten und der gegenseitige Respekt als Grundlage für den Spaß am Fußball. All das verkörpert der FC Internationale aus Schöneberg. Eine Leistung, die jetzt der DFB würdigte.

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Die Jungs vom FC Internationale in Aktion.
Die Jungs vom FC Internationale in Aktion.Foto: Gerd Thomas

Der Fußballverein FC Internationale aus Berlin-Schöneberg ist vom Deutschen Fußballbund (DFB) mit dem Integrationspreis 2013 ausgezeichnet worden. Im Rahmen des Länderspiels zwischen Deutschland und Kasachstan nahm Internationale-Präsident Wolfgang Abitz die Auszeichnung sowie den Schlüssel zu einem brandneuen Vereinsbus als Preis von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff entgegen.

Für Abitz und sein Team bedeutet der Preis vor allem Anerkennung für die geleistete Arbeit. „Wir stecken viel Idealismus und Zeit in die tägliche Vereinsarbeit, das ist bei 44 Mannschaften und rund 1000 aktiven Mitgliedern gar nicht so einfach“, erzählt der Vorsitzende.  „Da ist es natürlich schön, wenn das Engagement auch in dieser Form gewürdigt wird.“

Ein Beitrag zur Integration ist dabei eher eine logische Folge der intensiven Vereins- und Sozialarbeit beim FC Internationale. „Der Ausgangspunkt heißt Respekt“, erklärt Abitz die Vereinsphilosophie. „Bei uns soll jeder seinem Gegenüber mit Wertschätzung begegnen, ob das nun der eigene Mitspieler, die gegnerische Mannschaft oder der Schiedsrichter ist. Es geht um die Leidenschaft am Fußball und nicht um Herkunft oder Hautfarbe“.

Seit seiner Gründung 1980 beruft sich der Klub auf antirassistische und auch antikommerzielle Ideale. Trikotwerbung gab es noch nie, auf der schwarz-blauen Spielkleidung steht seit jeher der Slogan „No Racism“.

Dass derartige Aussagen beim FC Internationale keine Plattitüden sind, zeigt sich in der Praxis. Über 700 Kinder und Jugendliche aus über 40 verschiedenen Ländern spielen auf den Sportanlagen am Vorarlberger Damm und an der Monumentenstraße. Kein anderer Klub in Berlin hat mehr Mädchenteams. Einmal im Jahr wird ein interreligiöses Fußballturnier ausgerichtet, in Planung ist außerdem die Ausrichtung eines Turniers mit dem Flüchtlingsprojekt „Champions ohne Grenzen“, von dem jetzt schon Asylantenmannschaften beim FC Internationale trainieren dürfen, sowie im Juni ein Turnier für Mannschaften von Behindertenwerkstätten.

Und doch ist es nicht immer einfach, die Ideale im alltäglichen Vereinsleben umzusetzen. „Überall wo Menschen sind, sind auch Konflikte. Wir haben zum Beispiel hin und wieder Probleme mit aggressiven Spielern oder mit Eltern am Spielfeldrand. Da versuchen wir, mit vielen Gesprächen auf die Leute einzuwirken“, erzählt Abitz.  Einmal habe er sogar nach einem Spielabbruch wegen Gewalttätigkeiten die Zweite Herrenmannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet und geschlossen zu einem Anti-Aggressions-Training geschickt. „Das hat uns damals 1800 Euro gekostet, eine Menge Geld für uns. Aber es hat sich gelohnt, die Spieler waren von dem Workshop ganz angetan“.

Dass für Abitz und seine vielen ehrenamtlichen Trainer und Betreuer der Spaß am Fußball und der gegenseitige Respekt im Mittelpunkt steht, scheint auch bei den Familien aus den umliegenden Wohngebieten in Schöneberg und den Nachbarbezirken gut anzukommen. Über mangelnden Zulauf kann sich „Inter“ jedenfalls nicht beklagen. „Gerade die Minis, also die fünf- bis sechs-jährigen rennen uns momentan die Türen ein“, erzählt Der Vorsitzende stolz.

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