Berlin-Sport : Lizenz zum Aufstieg

Die Reinickendorfer Füchse bleiben Zweitligist – der neue Manager Bob Hanning denkt schon weiter

Hartmut Moheit

In letzter Sekunde hat es für Handballer der Reinickendorfer Füchse doch noch mit der Zweitligalizenz für die kommende Saison geklappt. Im dritten Anlauf, nachdem die Handball-Bundesliga (HBL) sich zweimal dagegen entschieden hatte, gab es den Zuschlag nunmehr durch das ständige Schiedsgericht der HBL. Das Versäumnis der Berliner bei der Lizenz-Beantragung, als sie den Termin nicht eingehalten hatten, wurde damit als ein minderschwerer Fall eingestuft. Das gleiche Vergehen, das in der Besonderheit begründet liegt, dass die Reinickendorfer Füchse als einziger Bundesligist die Lizenz noch mit dem Hauptverein selbst als wirtschaftlichem Träger beantrage müssen, war in der vergangenen Saison mit 500 Euro bestraft worden. „Wir waren immer der Überzeugung, dass das Verhalten der HBL einer unabhängigen juristischen Überprüfung nicht standhalten wird“, sagt der Präsident der Reinickendorfer Füchse, Frank Steffel, nach dem Urteil des Schiedsgerichts. „Unsere Arbeit der letzten Wochen hat sich ausgezahlt.“

Nicht nur für die Handballer war der gestrige Tag ein ganz besonderer, für Bob Hanning war er das Startzeichen für einen neuen Lebensabschnitt. Noch ist zwar nichts unterschrieben, aber dass der 36-Jährige mit dem Berliner Männer-Handball Großes vor hat, ist schon lange kein Geheimnis mehr. „Es muss doch möglich sein, in Berlin wieder ein Erstligateam zu entwickeln“, sagt Hanning, der bis Ende Juni als Cheftrainer in Diensten des HSV Hamburg stand. Doch so weit ist es noch lange nicht. Durch die lange Verzögerung in der Lizenzvergabe ist die Situation bei den Reinickendorfer Füchsen erst einmal viel schlechter geworden. Nicht nur, dass mit Dennis Matthews und Viktor Polack die beiden besten Torschützen der vergangenen Saison den Verein verlassen haben, auch für den spanischen Abwehrstrategen Jonathan Rivera gab es angesichts der unsicheren Situation kein Halten mehr. Er folgte Trainer Georgi Swiridenko nach Dessau.

„Das bedeutet zunächst für etwa vier Wochen, dass ich die Mannschaft trainieren werde“, sagt Hanning, „aber definitiv zum Pokalspiel am 3. September in Bernburg wird das ein anderer machen.“ Für den ehemaligen Kotrainer der Nationalmannschaft, der sein Engagement bei den Füchsen als „Aufbauarbeit“ betrachtet, stehen die Aufgaben als Sportdirektors an erster Stelle. Einen Erfolg konnte er ja bereits verbuchen: Der Hamburger Spitzenanwalt Carsten Bartholl war es schließlich, der auf Hannings Empfehlung hin die Lizenz für die Berliner erkämpfte. „Für mich war das Ergebnis von vornherein klar, wer einen Apfel stiehlt, bekommt auch nicht die Todesstrafe“, sagt Hanning. „Wir sind da ein wenig in den Strudel der Erstligisten geraten, bei denen es aber um schwere finanzielle Versäumnisse ging.“

Mit dem Auswärtsspiel am 11. September beim Erstligaabsteiger Post Schwerin beginnt für die Reinickendorfer Füchse eine extrem schwere Zweitligasaison in der Staffel Nord. Das Team auf eine viel bessere finanzielle Grundlage zu stellen und personell zu verstärken, sind nunmehr die drängendsten Aufgaben. Bob Hanning verspricht: „Die Füchse werden mein Lebensinhalt sein.“

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