Sport : Borussia Bayern

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Ein bisschen sah es aus wie Borussia Deutschland, das da Kasachstan auseinander genommen hat. Die vier Tore erzielten die drei Dortmunder Spieler Reus, Götze und Gündogan. Jedes für sich war schön anzusehen und entsprang einer hohen Fußballkultur. Die Latten- und Pfostentreffer mal nicht mitgerechnet. Für ein frisches und modernes Fußball-Deutschland sind diese Spieler langsam unentbehrlich.

Bei der Europameisterschaft vor neun Monaten sah die Situation noch anders aus. Zum Turnierauftakt gegen Portugal stellten die Bayern sieben Startspieler, vom Deutschen Meister Dortmund lief nur Hummels als Innenverteidiger auf. Gündogan und Schmelzer schauten ein Turnier lang zu, Götze brachte es auf zehn Spielminuten gegen Griechenland. Ihnen fehlte der Nachweis internationaler Reife.

Inzwischen hat sich das Kräfteverhältnis gewandelt. Die Hälfte des 20-köpfigen Kaders bildeten Spieler aus München und Dortmund. Und ähnlich wie in der Liga drängen die Borussen nach und treiben die Bayern vor sich her. Denn in den zurückliegenden Monaten haben die Dortmunder gezeigt, dass sie an internationale Reife gewonnen haben und wie die Bayern noch aussichtsreich in der Champions League vertreten sind. Das trifft im Übrigen auch auf zwei weitere deutsche Schlüsselspieler zu, Özil und Khedira von Real Madrid.

Auch in dieser Hinsicht nähert sich die deutsche Auswahl der Übernation des Fußballs. Spanien lebt von den Spielerblöcken seiner beiden Spitzenmannschaften von Real und Barca. Denn vom verschärften Konkurrenzkampf zwischen den Blöcken der beiden deutschen Spitzenvereine profitiert die deutsche Elf, sie gewinnt an Spielkultur und Dynamik.

Dabei geht es Bundestrainer Joachim Löw gar nicht vordergründig um eine Blockbildung. Seine Spielphilosophie basiert auf Qualität. Die hatte Reus auch schon als Gladbacher, als er zum besten Bundesligaspieler gewählt wurde. Trotzdem profitiert Löw sehr wohl davon, dass Reus inzwischen täglich mit Götze und Gündogan in einem Verein spielt und sich diese Offensivgruppe blind versteht.

Wer dann am Ende die Tore erzielt, kann dem deutschen Fan egal sein. Oder wie Kapitän Philipp Lahm vom FC Bayern es ausdrückte: Dass die Dortmunder es diesmal waren, sei ihm auf dem Feld gar nicht aufgefallen, „weil wir alle das gleiche Trikot tragen“.

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