Bundesliga-Saisonvorschau (7) : Werder Bremen: Es geht wieder um den Klassenerhalt

Am 22. August startet die Fußball-Bundesliga in ihre 52. Saison. In unserer Serie testen wir Stärken, Schwächen und Vorlieben der Vereine.  Folge 7:  Werder Bremen.

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Der Blick geht nach unten: Werders Trainer Robin Dutt muss sich wohl wieder auf den Abstiegskampf einstellen.
Der Blick geht nach unten: Werders Trainer Robin Dutt muss sich wohl wieder auf den Abstiegskampf einstellen.Foto: dpa

Was hat sich verbessert?

Die Form in der Vorbereitung. Im vergangenen Jahr hatte der Boulevard bei Werder noch „die Test-Pest“ diagnostiziert. Im Trainingslager 2014 gewann Werder locker gegen Wacker Innsbruck (5:2), zeigte eine gute Leistung gegen Athletic Bilbao (2:2) und besiegte am „Tag der Fans“ den FC Chelsea mit 3:0. Kapitän Clemens Fritz bat darum – schon fast peinlich berührt –, das Ergebnis gegen die müden und uninspirierten Londoner doch bitteschön richtig einzuordnen.

Wer sind die Stars?

Izet Hajrovic könnte einer werden. Eine Bremer Zeitung nannte den bosnischen Nationalspieler schon den „Robben-Messi-Klose-Lampard“ – denn mit allen dieser vier Weltstars ist der 23-jährige Neuzugang von Galatasaray Istanbul schon verglichen worden. Ach ja, und seit der U19-EM hat Werder noch einen Star: Davie Selke heißt er, wurde Europameister und mit sechs Treffern Torschützenkönig des Turniers.

Wer hat das Sagen?

Thomas Eichin, Thomas Eichin und noch einmal Thomas Eichin. Da mag er noch so oft erklären, dass für ihn der stärkste Mann in einem Klub der Trainer ist. Im sportlichen Bereich ist der SV Werder mit dem neuen Sportdirektor Rouven Schröder gut aufgestellt. Er fädelte beispielsweise den Hajrovic-Transfer ein.

Die wichtigsten Neuzugängen aller Vereine
Nach langem Werben konnte VfL-Manager Klaus Allofs den defensiven Mittelfeldspieler Josuha Guilavogui von einem Wechsel nach Wolfsburg überzeugen. Der Franzose wurde vorerst für zwei Jahre von Atletico Madrid ausgeliehen.Weitere Bilder anzeigen
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07.08.2014 10:35Nach langem Werben konnte VfL-Manager Klaus Allofs den defensiven Mittelfeldspieler Josuha Guilavogui von einem Wechsel nach...

Was erwarten die Fans?

Zunächst einmal das Abschiedsspiel von Ailton am 6. September. Das letzte Spiel vom „Kugelblitz“ war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. „Ailton vorne stehen, Tore schießen“, so hat der Brasilianer seinen Job für die Gala umschrieben. Wenn es denn so einfach wäre – gerade im Angriff hapert es im aktuellen Werder-Kader, während im Mittelfeld ein Überangebot an durchschnittlichen Bundesligaspielern besteht. Ansonsten haben die Fans sich mehrheitlich das Träumen abgewöhnt. Sie wissen, dass es auch im zweiten Jahr der Ära Dutt wohl eher wieder um den Klassenerhalt geht.

Was ist in dieser Saison möglich?

Eichin peilt einen einstelligen Tabellenplatz an, Alejandro Galvez und Luca Caldirola träumen gar von der Champions League. Möglich ist, dass Werder eine gute Hinrunde spielt und ab Januar abstürzt. Möglich ist, dass Werder eine miserable Hinrunde spielt und dann das Feld von hinten aufrollt. Es ist halt einiges möglich bei der „Wundertüte Werder“ – mal abgesehen von den Luftschlössern, die die Herren Caldirola und Galvez gebaut haben.

Und sonst?

Hat das Internetportal transfermarkt.de nicht so schnell reagiert wie ein Bremer Friseursalon nach Davie Selkes Galaauftritten bei der U19-EM. Der Coiffeur hatte schon vor dem Turnier einen Davie-Selke-Haarschnitt im Angebot. Kostenpunkt für das Styling: 15 Euro. Kaum war Selke Europameister, verlangte der Friseur zwei Euro mehr. Bei transfermarkt.de hingegen war nach dem EM-Triumph immer noch der alte Marktwert von 250 000 Euro zu finden. Außerdem entzogen DFL und DFB den Bremern das geplante Länderspiel gegen Gibraltar im kommenden November. Hintergrund ist der Beschluss des rot-grünen Senats, die DFL an den Kosten der Polizeieinsätze bei sogenannten Risikospielen beteiligen zu wollen. Man kann das einen mutigen Vorstoß des notorisch klammen Stadtstaates Bremen nennen, letztendlich war es jedoch ein Eigentor. Werder-Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer trat deshalb sogar nach 50 Jahren aus der SPD aus.

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