Dämpfer im Aufstiegskampf : 1. FC Union verliert 1:3 beim VfB Stuttgart

Das lief nicht gut für die Berliner: Erst ein Stuttgarter Doppelschlag, dann ein dummer Fehler und schon war das wichtige Spiel beim VfB Stuttgart verloren.

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Der sitzt. Stuttgarts Alexandru Maxim (l.) erzielt das Tor zum 1:0 gegen Berlins Torhüter Daniel Mesenhoeler.
Der sitzt. Stuttgarts Alexandru Maxim (l.) erzielt das Tor zum 1:0 gegen Berlins Torhüter Daniel Mesenhoeler.Foto: Daniel Maurer/dpa

Felix Kroos gehört beim 1. FC Union zu den Spielern mit der besten Schusstechnik, nach 22 Minuten unterlief dem Kapitän der Berliner aber eine Aktion, die symptomatisch für die Leistung seiner Mannschaft war. Nach einem Querschläger der Stuttgarter Abwehr tropfte der Ball einige Meter von der Strafraumgrenze entfernt vor ihm auf, Kroos schoss direkt – und sein total verunglückter Volley landete in der Nähe der Eckfahne. Egal, was die Köpenicker im Spitzenspiel bei Tabellenführer VfB Stuttgart versuchten, es klappte nicht. So war die 1:3 (0:2)-Niederlage auch in der Höhe verdient. Bei drei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz haben sich die Chancen auf den erstmaligen Aufstieg der Berliner deutlich reduziert, während der VfB zumindest Platz drei so gut wie sicher hat.

Von Beginn an war der Mannschaft von Trainer Jens Keller vor 58 000 Zuschauern im ausverkauften Stuttgarter Stadion die Nervosität anzumerken. Im Mittelfeld hatte Union, das im Vergleich zum Heimsieg gegen Kaiserslautern vor einer Woche unverändert antrat, kaum Zugriff und im Spielaufbau waren viele Pässe vorhersehbar und unpräzise.

Den großen Unterschied – und an diesem Montagabend lag wahrlich deutlich mehr zwischen dem Spitzenreiter und dem Vierten, als es die nun sechs Punkte Rückstand in der Tabelle vermuten lassen – machten jedoch die Spieler auf den beiden Außenbahnen. Kristian Pedersen und insbesondere Christopher Trimmel waren gegen Josip Brekalo und den in der ersten Halbzeit überragenden Takuma Asano immer wieder überfordert und gewannen kaum einen Zweikampf.

Brekalo hatte auch die erste hochkarätige Torchance, scheiterte aber nach einer Viertelstunde an Daniel Mesenhöler. Keine Minute später war Unions Torwart nach einer Ecke erneut zur Stelle. Dieses Mal wehrte er den Schuss von Timo Baumgartl aus wenigen Metern ab. Danach fanden die Berliner etwas besser ins Spiel. Steven Skrzybski suchte einige Abschlüsse aus der Distanz, richtig gefährlich wurde es aus dem Spiel jedoch nicht. Die einzige Chance im ersten Durchgang gab es nach einem Eckball von Kroos, Polter köpfte aus fünf Metern allerdings unbedrängt am Pfosten vorbei.

Nur vier Minuten nach dem 1:0 erhöht der VfB auf 2:0

Das rächte sich in der 29. Minute. Nachdem sich Trimmel erneut nur mit einem Foul zu helfen wusste, schoss Stuttgarts Standardspezialist Alexandru Maxim einen Freistoß aus 20 Metern zum 1:0 ins Netz. So stark Mesenhöler zuvor gehalten hatte, so unglücklich sah er beim Gegentreffer aus. Im Moment des Schusses machte er einen Schritt in die Mitte des Tores und wurde in der Torwartecke überrascht – ein echter Wirkungstreffer. Denn keine vier Minuten später erhöhte der VfB durch einen perfekt ausgespielten Konter. Nach Ballverlust von Skrzybski schalteten die Stuttgarter blitzschnell um und nach zwei guten Pässen musste Simon Terodde den Ball im Zentrum nur noch ins Tor schieben.

Mit etwas Mühe rettete sich Union in die Halbzeit, besser wurde nach dem Seitenwechsel aber erstmal nicht. Der VfB war weiter präsenter und hatte durch Kapitän Christian Gentner zwei Chancen auf die vorzeitige Entscheidung. Das Tor fiel dann aber auf der anderen Seite – und es kam wie aus dem Nichts. Trimmel flankte aus dem Halbfeld auf Polter und der köpfte stark zum 1:2 ein.

Da war noch mehr als eine halbe Stunde zu spielen und plötzlich verloren die Stuttgarter einen Teil des Selbstverständnisses, mit dem sie das Spiel bis dahin dominiert hatten. Im Publikum wurden die nun häufiger auftretenden Fehler des VfB mit Murren und Pfiffen quittiert, während der bis dahin meist übertönte Berliner Anhang deutlicher zu hören war.

Nach elf Minuten übernahmen die Stuttgarter Fans aber wieder das Kommando. Toni Leistner verlor den Ball vor dem eigenen Strafraum gegen den eingewechselten Daniel Ginczek, der wurde von Terodde bedient und spitzelte den Ball zum 3:1 ins Tor. Dabei blieb es.

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