Der 1. FC Union und Benjamin Köhler : Image ist nicht alles

Benjamin Köhler erhält beim 1. FC Union einen neuen Vertrag. Alles nur aus Imagegründen? Und wenn schon, meint Jörg Leopold in seinem Kommentar.

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Den Krebs bezwungen - jetzt sollen auch auf dem Fußballplatz noch ein paar Siege für Benjamin Köhler folgen.
Den Krebs bezwungen - jetzt sollen auch auf dem Fußballplatz noch ein paar Siege für Benjamin Köhler folgen.Foto: dpa

In vier Monaten wird Benjamin Köhler 36 Jahre alt. Seinen Geburtstag wird er als Profi des 1. FC Union feiern, die Berliner haben den Vertrag mit ihrem defensiven Mittelfeldspieler um eine Saison verlängert. Die Meldung an sich ist schon eine kleine Sensation, denn Köhler war vor einem Jahr an Krebs erkrankt. Dass er nicht nur die Krankheit besiegt hat, sondern inzwischen sogar wieder Fußball auf Zweitliganiveau spielt, ist keine Selbstverständlichkeit.

Natürlich hätte er es nun gut sein lassen können. Köhler hat sein wichtigstes Ziel erreicht, er ist wieder gesund und muss niemandem mehr etwas beweisen. Doch Köhler hat in den vergangenen Monaten stets betont, dass er sich noch zu jung zum Aufhören fühlt. Und inzwischen glaubt er offenbar, seinem Verein tatsächlich sportlich wieder helfen zu können. Vielleicht will er auch etwas zurückgeben, denn Union hat sich nach der schlimmen Diagnose so verhalten, wie sich das jeder Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber wünschen würde.

Trotzdem wird es nun Menschen geben, die behaupten, dass Union den Vertrag mit Köhler aus reinen Imagegründen noch einmal verlängert hat. Na und? Letztlich gibt es dabei doch nur Gewinner. Union behält einen erfahrenen Spieler, der in der Kabine nun noch mehr Respekt besitzt. Und Köhler hat bei seinen beiden Kurzeinsätzen zuletzt gezeigt, dass er auf dem Platz noch wertvoll sein will. Das Risiko für beide Seiten ist demnach gering. Aufhören kann Benjamin Köhler schließlich in einem Jahr immer noch, wenn er sich dafür dann tatsächlich alt genug fühlen sollte.

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