Sport : Der Kapitän winkt von fern

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Die Technik hat so ihre Tücken. Auf seiner Website hat Patrick Ochs eine Leiste eingefügt, die aktuelle Nachrichten über den Frankfurter Kapitän aus dem Netz fischt und seinen Fans präsentiert. Etwas unglücklich nur, dass auf diese Art die treuesten der treuen Ochs-Fans schon am Mittwoch um 23 Uhr lesen mussten, was eine Wolfsburger Zeitung verkündete: Ochs zum VfL.

Nun ist Patrick Ochs nicht der erste Fußballer, der seine Talente zu einem erhöhten Gehalt bei einem anderen Klub unterbringt. Aber dass der Wechsel des Eintracht-Kapitäns vor dem entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt zu ausgerechnet dem Verein, den Frankfurt noch überholen will, bekannt wird, birgt schon eine gewisse Pikanterie. Die nächste bizarre Wendung im Endspurt dieser irrlichternden Saison.

Der Fall zeigt, dass es auch bei Kapitänen manchmal nicht weit her ist mit der Verantwortung. Schon im Winter reiste Ochs statt zum Training zu Verhandlungen mit Schalke, und als der damalige Schalke-Trainer Magath schon abgewinkt hatte, erklärte Ochs, er habe von sich aus abgesagt. Nun hat ihm Magath wieder gewinkt.

Bemerkenswert ist aber vor allem die gleichgültige Reaktion von Eintracht-Chef Heribert Bruchhagen („Es wundert mich, dass es erst jetzt herauskommt“, „Magath hat dies sicher nicht lanciert“). Genau wie bei Trainer Christoph Daum, der Frankfurt nicht nur im Abstiegsfall verlassen will, hat sich eine seltsame Lethargie im Verein breitgemacht. Die Liga ist wohl die wilden Wechsel gewohnt und will nur noch, dass alles vorbeigeht. Frankfurt macht die Augen zu – und in der Zweiten Liga wieder auf.

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