Sport : Der neue alte Volley

Einmal VC Olympia und zurück: Ruben Schott.

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Foto: BR Volleys
Foto: BR Volleys

Berlin - Als die BR Volleys kurz vor Weihnachten gegen den VC Olympia spielten, fiel beim VCO vor allem einer auf, der fleißig gegen die Abwehr des Meisters punktete. Der 18 Jahre alte Außenangreifer Ruben Schott wurde aufseiten des 0:3-Verlierers folgerichtig zum Most Valuable Player gekürt, zum wertvollsten Spieler der Partie.

Das hat dem Nachwuchsspieler einige Ausrufezeichen auf den Notizzetteln der Volleys-Beobachter eingebracht. 2010 war Schott von den SCC Juniors zum VCO delegiert worden, nun haben die Volleys den 1,92 Meter großen und 87 Kilo schweren Spieler zurückgeholt. Nach den Verletzungsausfällen von Scott Touzinsky und Roko Sikiric sind personelle Nöte auf der Außenannahme-Position abzumildern. Beim 3:1 gegen Düren wurde der Nachwuchsspieler erstmals eingesetzt, nun folgt am Mittwoch die Partie „gegen sich selbst“, wie er scherzt, bei der er um 20.30 Uhr in der Halle am Anton-Saefkow-Platz gegen seinen alten Klub antritt.

„Schon irgendwie komisch“, sagt der Hohenschönhausener, der beim SV Preußen im Alter von acht Jahren mit dem Volleyball begonnen hatte. Auf seiner Facebook-Seite findet man in der Kategorie „Heimatstadt“ neben Berlin die Angabe „Rio de Janeiro“. Sein Kommentar dazu: „Das ist nur ein Spaß!“ Aber einer mit ernstem Hintergrund. „Da will ich unbedingt mal hin“, verrät er, und weiß auch ziemlich genau, wann. Olympia 2016 wäre der passende Termin, um die Reisekosten möglichst gering zu halten.

Zum Volleyball brachten ihn seine Eltern. Der Vater, bei Dynamo Berlin am Netz, hatte mit der DDR-Juniorenauswahl sogar mal EM-Bronze gewonnen. Ruben versuchte es zuerst mit Eishockey, dann fand er beim Volleyball seine sportliche Heimat. Die Bedingungen für seine Entwicklung sind in Berlin ideal, 2014 wird er am Sportgymnasium sein Abitur machen. Bis dahin steht noch der Meistertitel mit der U-18-Mannschaft des SCC auf der Agenda.

Als jetzt der Wechsel zu den Volleys anstand, ließ er sich nicht lange bitten. Er habe dabei nicht das Gefühl, dass er seine Mitspieler im Stich lasse. „Schließlich ist es genau die Aufgabe des VCO, junge Spieler für höhere Aufgaben auszubilden – und eine solche habe ich nun vor mir.“ Als er gegen Düren im zweiten Satz für Robert Kromm eingewechselt wurde, war er trotzdem nervös. Der gegnerische Aufschlag kam genau auf ihn, die Annahme gelang nicht ganz, segelte knapp übers Netz auf den schlagbereiten Dürener Angreifer. Ruben Schott blieb ruhig. „Da muss man durch, darf nicht lange nachdenken“, sagt er so abgeklärt, als kenne er das aus jahrelanger Erfahrung.

Gegen VCO wird ihm Trainer Mark Lebedew mehr Spielzeit geben, davon darf man ausgehen. „Ruben passt hervorragend in unsere Vereinsphilosophie“, sagt Volleys-Manager Kaweh Niroomand. Das klingt bereits nach einem Versprechen. Schotts eigentliche Höhepunkte des Jahres folgen aber erst noch zur Jahresmitte und danach. Anfang Mai will er sich beim Quali-Turnier in Bulgarien gegen den Gastgeber sowie die Türkei, Estland, Rumänien und Israel für die U-21-WM Ende August durchsetzen.Klaus Weise

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