Sport : Deutsche streiten über Techno-Doping

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London - Die beiden waren noch nie besonders gute Freunde, und am späten Freitagabend sollten sie im Finale über 100 Meter als Kontrahenten im Londoner Olympiastadion auf die Bahn gehen: Wojtek Czyz, oberschenkelamputierter 100- sowie 200-Meter-Läufer und Weitspringer, der eher als nüchterner Kämpfer gilt. Und Heinrich Popow, ebenfalls links Prothesenträger, Sunnyboy und Sprücheklopfer der 150 Athleten umfassenden deutschen Paralympics-Nationalmannschaft. Jetzt hat der viermalige Paralympics-Sieger Wojtek Czyz seinem Teamkollegen und Gold-Favoriten Heinrich Popow Technik-Doping vorgeworfen. „Es kann nicht sein, dass ein Athlet Bauteile hat, an die niemand anderes bei den Paralympics herankommt“, kritisierte der beim 1. FC Kaiserslautern trainierende Czyz in London nach den 100-Meter-Vorläufen im Olympiastadion. „Das, was Heinrich macht, ist für mich das Paradebeispiel für technisches Doping.“ Popow, der mit Nichtbehinderten bei Bayer Leverkusen trainiert und als einer der wenigen Athleten im Behindertenleistungssport finanzkräftige Sponsoren hat, bügelte die Vorwürfe ab: „Das ist alles Humbug. Das sind die alten Psychospielchen von Wojtek.“

Czyz ging beim Vorlauf über 100 Meter mit 12,53 Sekunden als Erster über die Ziellinie, Popow qualifizierte sich in seinem Vorlauf mit 12,43 Sekunden für das Finale. Dort gewann Popow in 12,40 Sekunden Gold, Czyz holte Bronze (12,53). Popow hatte bereits zwei Bronzemedaillen in der 4x100-Meter-Staffel (mit Czyz) sowie über die 200 Meter in seiner Startklasse T42 gewonnen, Czyz holte beim Weitsprung der Klasse F 42/44 Silber (6,33 Meter) und verwies dabei Popow (6,07) auf Rang vier. Annette Kögel

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