DFB-Pokal : Auf Hertha BSC wetten lohnt sich wieder

Hertha BSC geht als Außenseiter in die Bundesliga-Saison und ist auch im DFB-Pokal bei Arminia Bielefeld nicht unbedingt Favorit.

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Auf ein Wiedersehen. Herthas Salomon Kalou (links) und Bielefelds Stephan Salger könnten sich am Montag erneut über den Weg laufen. Im vergangenen Jahr unterlagen die Berliner nach Elfmeterschießen beim damaligen Drittligisten.
Auf ein Wiedersehen. Herthas Salomon Kalou (links) und Bielefelds Stephan Salger könnten sich am Montag erneut über den Weg...Foto: imago/Eibner

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Quoten. Das liegt ja auch nahe angesichts des neuen Geldgebers von Hertha BSC. Wer mit dem Fußball-Bundesligisten ein paar sichere Euro machen will, ist beim kürzlich vorgestellten Hauptsponsor des Klubs, einem europaweit agierenden Wettanbieter, jedoch an der falschen Adresse. Unter den 18 Erstligisten, die am Wochenende in den DFB-Pokal gestartet sind oder die erste Runde am Montag vervollständigen, sind die Berliner von den Buchmachern als größter Wackelkandidat eingestuft worden. Wer 100 Euro darauf setzt, dass Hertha am Montag bei Arminia Bielefeld (18.30 Uhr, live bei Sky) in die nächste Runde einzieht, erhält im tatsächlichen Fall der Fälle immerhin 236 Euro. Zum Vergleich: Wer 100 Euro auf den Zweitligisten aus Ostwestfalen verwettet und richtig liegt, bekommt die vergleichsweise überschaubare Summe von 291 Euro zurück. Bei der Prognose für die neue Bundesliga-Saison sieht es ähnlich aus: Hier sortiert Herthas Hauptsponsor seinen neuen Vertragspartner auf dem 16. Platz ein, nur die Aufsteiger Darmstadt 98 und der FC Ingolstadt liegen hinter den Berlinern.

Das Zahlenwerk deckt sich mit den Eindrücken und Testspielergebnissen der vergangenen Wochen und Monate. Den Berlinern steht wohl erneut eine schwere Saison bevor: Ihr Kader ist kaum verstärkt worden, außerdem fehlen in Mitchell Weiser, Julian Schieber, Sami Allagui, Tolga Cigerci und Alexander Baumjohann weiterhin fünf Spieler, die der Mannschaft Qualität verleihen können.

Vor dem ersten Pflichtspiel der Saison 2015/16 sagt Manager Michael Preetz deshalb auch: „Mit Blick auf unsere Pokalhistorie und das, was uns atmosphärisch in Bielefeld erwartet, dürfen wir nicht automatisch sagen, dass wir als Bundesligist der große Favorit sind.“ Seitdem das Endspiel im Berliner Olympiastadion ausgetragen wird, und das passiert nun auch schon seit 1985, hat Hertha ganze sieben Mal das Achtelfinale erreicht. Auch in den letzten drei Jahren war spätestens in der zweiten Runde Schluss. Die Gegner hießen: Wormatia Worms, 1. FC Kaiserslautern und eben Arminia Bielefeld.

Hertha BSC und der Pokal-Fluch
Raus und vorbei: Die Mannschaft von Hertha BSC scheitert in der zweiten Pokalrunde 2014/15 im Elfmeterschießen an Arminia Bielefeld. Ein Jahr später gibt es ein Wiedersehen, diesmal in Runde eins.Weitere Bilder anzeigen
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07.08.2015 13:17Raus und vorbei: Die Mannschaft von Hertha BSC scheitert in der zweiten Pokalrunde 2014/15 im Elfmeterschießen an Arminia...

Jetzt also wieder Bielefeld, genauer: in Bielefeld. Das macht es nicht leichter, denn die Mannschaft von Trainer Norbert Meier hat im letztjährigen Pokalwettbewerb mehrfach den Nachweis erbracht, dass sie zu Hause schwer zu besiegen ist. Nachdem sie sich im Elfmeterschießen gegen Hertha durchgesetzt hatte, verloren später auch die Bundesligisten Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach im Stadion auf der Alm. Schließlich scheiterten die Arminen erst im Halbfinale am späteren Pokalsieger VfL Wolfsburg.

Hertha BSC plant im DFB-Pokal mit der dritten Runde

„Wir brauchen eine mehr als durchschnittliche Leistung, wenn wir unserem Anspruch gerecht werden und in die nächste Runde einziehen wollen“, sagt Michael Preetz. Der Anspruch gilt auch unter finanziellen Aspekten: Zum ersten Mal seit Ewigkeiten hat Hertha im Etat mit der dritten Runde kalkuliert – eine gewagte Rechnung angesichts der Erfahrungswerte aus den Vorjahren.

Genau darauf will Trainer Pal Dardai nicht detaillierter eingehen vor dem Pflichtspielstart. „Mit der Vergangenheit möchte ich mich am liebsten gar nicht beschäftigen“, sagt der Ungar. „Wenn ich vor dem Spiel noch hundert Mal sage, dass es schwer wird, dann kriegen wir auch Probleme.“ Vielmehr erwartet Dardai, dass die Abläufe und Automatismen der zurückliegenden Trainingswochen nun auch in Drucksituationen funktionieren. „Spielerisch haben wir uns zuletzt gesteigert, die Mannschaft ist bissig und spritzig, und die Torquote kommt bestimmt auch noch“, sagt er, „wenn der Schiedsrichter das Spiel anpfeift, dann will ich auch etwas sehen.“

Dem gemeinen Fan und interessierten Beobachter wird sich dann auch erschließen, wie Dardais Mannschaft für die nächsten Wochen aussehen könnte. Sieben bis acht Spieler hätten ihren Stammplatz sicher, hat der Trainer kürzlich gesagt. Wer die anderen drei, vier Spieler sind? Dardai lächelt freundlich. „Nach Bielefeld können wir über viele Dinge reden“, sagt er, „ich habe so ein Gefühl, dass es schon vernünftig aussehen wird.“ Wettquoten hin oder her.

Am Abend vor dem DFB-Pokalspiel bei Arminia Bielefeld wurde auf den Mannschaftsbus von Hertha BSC geschossen. Details dazu finden Sie hier.

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