Sport : Die Probleme weggestürmt

Frankfurt überrascht Fans und Verantwortliche.

Josef Schmitt
Tendenz weiter steigend. Frankfurts Martin Lanig bejubelt seinen Siegtreffer. Foto: dapd
Tendenz weiter steigend. Frankfurts Martin Lanig bejubelt seinen Siegtreffer. Foto: dapdFoto: dapd

Frankfurt am Main - Sie haben Wort gehalten. Frischen, schnellen und offensiven Fußball hatte Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh angekündigt. Und seine Spieler haben es gleich im ersten Spiel umgesetzt. Der 2:1(-0:1)-Sieg der Frankfurter gegen Bayer Leverkusen war ein Spektakel, das die 27 950 Zuschauer begeisterte. „Wir wurden vom Publikum getragen und haben ein richtig gutes Spiel gegen einen richtig guten Gegner gemacht“, sagte Veh nach der geglückten Rückkehr in die Bundesliga. Die Eintracht hatte ihre Linie durchgezogen, obwohl sie in der ersten Halbzeit einen „brutalen Nackenschlag“, so Veh, hinnehmen musste. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hatte Alexander Meier in der ersten Halbzeit einen klaren Foulelfmeter verweigert. „Wenn ich so gefragt werde: Nein, das habe ich der Mannschaft nicht zugetraut“, zeigte sich sogar Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen erstaunt von der spielerischen Steigerung gegenüber dem Pokal-Aus gegen Aue.

Es stand eine andere Eintracht auf dem Platz. Nicht nur wegen der sechs Neuzugänge in der Anfangsformation und zweier weiterer eingewechselter neuer Spieler. Veh hat diese Mannschaft gemeinsam mit Sportdirektor Bruno Hübner für vergleichsweise wenig Geld zusammengestellt, insgesamt wurden knapp sechs Millionen Euro Ablöse investiert. Veh hat viele Zweitligaspieler geholt: den Torjäger Olivier Occéan aus Fürth, den Techniker Takashi Inui aus Bochum, den Kämpfer Stefan Aigner aus München. Gegen Leverkusen hat Frankfurt seine Probleme in der völlig neu formierten Innenverteidigung einfach weggestürmt. Das Risiko wurde belohnt. „Wir haben zu viele Chancen zugelassen“, sagte Veh. Es war ein schmaler Grat: „Wäre das 0:2 gefallen, wären wir nicht zurückgekommen.“ Doch Bayer konnte durch Stefan Kießling nur eine von vielen Chancen nutzen.

Insbesondere der Japaner Inui machte eine gute Partie, er war Teil einer starken Offensive, die sich reihenweise Chancen herausspielte, davon aber nur zwei nutzte. Die großen Pechvögel waren Alex Meier und Olivier Occéan, die den Ball nicht im Tor unterbrachten. Was hinterher keinen mehr störte, weil mit Stefan Aigner und Martin Lanig zwei Neue trafen. Aigner nach einem tollen Sololauf von Bastian Oczipka; der eingewechselte Lanig mit einem Kopfball nach präziser Flanke des ebenfalls eingewechselten Stefano Celozzi. Mit seinen Wechseln hatte der Trainer also alles richtig gemacht. „Wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können“, sagte Veh. Es sieht so aus, als könne sich die Eintracht auf die Bundesliga freuen. Und die Bundesliga auf die Eintracht. Josef Schmitt

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