Cannabis : Bonn meldet Spieler aus Angst vor Dopingtest krank

Weil sie möglicherweise bei einer Dopingkontrolle wegen Cannabis-Konsums aufgeflogen wären, haben die Telekom Baskets Bonn am Wochenende zwei Spieler kurzerhand für grippekrank erklärt. Die beiden bestreiten allerdings, gekifft zu haben.

BonnAus Furcht vor einem möglichen positiven Dopingtest hat Bundesligist Telekom Baskets Bonn zwei Spieler am Wochenende nicht eingesetzt und dies zunächst mit einer Grippe-Erkrankung gerechtfertigt. Dabei handelt es sich um Brandon Bowman und Earl Jerrod Rowland, die im Ligaspiel gegen EnBW Ludwigsburg wegen eines eventuellen Cannabiskonsums fehlten. Nach Vereinsangaben hatten die Spieler die Verantwortlichen vor der Partie darüber informiert, dass sie in einem Klub gewesen seien, in dem offenbar auch gekifft wurde. Es habe daher die Gefahr bestanden, dass sie nur durch das Passivrauchen gegen die Doping-Regeln hätten verstoßen können. Der Marihuana-Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC) steht auf der Dopingliste.

Bowman und Rowland hätten das Risiko gesehen, durch das Passivrauchen eventuell dem Verein und sich selbst zu schaden, hieß es in einer Mitteilung der Rheinländer. Intensive Drogentests hätten am Montagabend keine auffälligen Befunde ergeben. "Die Spieler haben weiterhin unser vollstes Vertrauen, und ich sehe die Einstellung der beiden als vorbildlich an", sagte Bonns Präsident Wolfgang Wiedlich. Bowman und Rowland sind von sofort an wieder einsatzbereit und können schon an diesem Mittwoch (19:30 Uhr) zum Auftakt der EuroChallenge gegen Keravnos Nikosia spielen.

Das Verhalten des Vereins gegenüber Fans und Medien, das Fehlen der Spieler mit einer Grippe zu entschuldigen, sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, weil "wir die Unschuldsvermutung ernst nehmen", sagte Präsident Wiedlich. (jvo/dpa)

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