Doping : Höchststrafe: CAS sperrt Skilangläufer Pinter für vier Jahre

Skilangläufer Jürgen Pinter war in den Doping-Skandal während der Olympischen Winterspiele in Turin verwickelt. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat nun die Höchststrafe gegen den Österreicher verhängt. Sein Anwalt ist außer sich.

Lausanne/Hamburg Österreichs Skilangläufer Jürgen Pinter ist wegen Dopingvergehen für vier Jahre gesperrt worden. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne verhängte die Höchststrafe wegen des "Besitzes einer verbotenen Methode" und der "Komplizenschaft bei der Verletzung von Anti-Doping-Bestimmungen durch andere Athleten". Laut einer CAS-Mitteilung vom Freitag gilt die Sperre rückwirkend vom 1. März 2006. An den Winterspielen im Februar 2010 in Vancouver hätte der 29 Jahre alte Pinter ohnehin nicht teilnehmen können, da der Kärntner vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) auf Lebenszeit von allen Olympischen Spielen ausgeschlossen wurde.

Die drei CAS-Richter bestätigten in ihrem Urteil die vom IOC und von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) im Dezember 2007 geforderte Vier-Jahres-Sperre. Gegen diese Strafe ist keine Berufung möglich. Pinter wollte am 29. November im finnischen Kuusamo in die Langlauf- Saison einsteigen.

Erster FIS-Athlet mit vierjähriger Sperre

"Für mich gibt's nur eines, zusammenpacken", sagte Pinter der österreichischen Nachrichten-Agentur APA. Pinter ist der erste FIS- Athlet, der für vier Jahre gesperrt wurde. Die FIS wird das Urteil akzeptieren, wie Generalsekretärin Sara Lewis der APA bestätigte. Alle Ergebnisse Pinters seit 2006 werden gestrichen.

Pinter fiel aus allen Wolken, nachdem er die Entscheidung erfahren hatte. "Ich verstehe das überhaupt nicht. Es wäre besser gewesen, wenn ich etwas getan hätte, dann wüsste ich wenigstens, warum ich gesperrt werde", erklärte der Latschacher. Für ihn wären zur Anfechtung der Strafe nur noch der Gang vor den Schweizer Bundesgerichtshof und vor den Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg möglich. "Aber das kostet nur Nerven und Geld", erklärte Pinter. Sein Anwalt Günther Riess würde aus prinzipiellen Gründen gern alle Rechtsmittel ausschöpfen. "Als Jurist stellt es einem die Haare auf, wie auf hypothetische Annahmen eine derart drakonische Strafe verhängt wird", sagte der Innsbrucker Rechtsanwalt.

Doping-Skandal Winterspiele 2006

Pinter war in den Dopingskandal im österreichischen Skilanglauf- Team bei den Olympischen Winterspielen 2006 verwickelt. Das IOC hatte bereits fünf österreichische Langläufer und Biathleten mit einem Olympia-Bann belegt. IOC und Wada riefen im Dezember 2007 den CAS an, weil der Doping-Ausschuss des Ski-Weltverbandes FIS gegen Pinter trotz der Beweislage keine Sanktionen ausgesprochen hatte.

Die italienische Polizei hatte während der Turin-Spiele im Februar 2006 bei Razzien im österreichischen Mannschaftsquartier in Pragelato umfangreiche Doping-Produkte und -Ausrüstung, darunter Spritzen, Injektionsnadeln und Blutbeutel, gefunden. Die Ermittler stellten auch Geräte zur Messung von Blutwerten sowie verbotene Substanzen sicher. (mbo/dpa)

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