Sport : Dreadlocks im Lexikon

Jenkins führt Alba zum 100:83 in Bremerhaven

Berlin - Wer im großen Lexikon des Basketballs unter „Trotzreaktion“ nachschlägt, der wird wahrscheinlich das Bild eines Afro-Amerikaners mit Dreadlocks im Trikot von Alba Berlin finden, beim 100:83 (47:42)-Sieg in Bremerhaven. Nachdem Julius Jenkins am Mittwoch bei der 65:80-Niederlage in Göttingen seine schlechteste Saisonleistung geboten, gerade einmal drei Punkte erzielt und als Konsequenz die zweite Hälfte weitgehend auf der Bank verbracht hatte, explodierte seine Leistung im Spiel darauf förmlich: 27 Punkte und fünf Vorlagen brachte Albas Topscorer aufs Parkett.

„Julius’ Reaktion war symptomatisch für die Reaktion des ganzen Teams“, sagte Team-Manager Mithat Demirel. „Wir hatten die Möglichkeit, das schlechte Spiel in Göttingen nur zwei Tage danach wieder gutzumachen, und die hat die Mannschaft genutzt.“

Das Spiel beim Tabellenachten Bremerhaven, dessen Play-off-Hoffnungen eine Sieg brauchten, war zu Beginn eine Angelegenheit der knapperen Art: Die Führung schwappte in der ersten Halbzeit hin und her, kein Team konnte sich mit mehr als vier Punkten absetzen. Bremerhaven führte nach dem ersten Viertel 21:17, eine Minute vor der Halbzeit lag Alba 42:40 vorn, dann brachte Jenkins Alba mit zwei Frei- und einem Dreipunktewurf doch noch mit fünf Punkten in Front, 47:42. Überhaupt Jenkins: 18 Punkte erzielte er in der ersten Hälfte, zusammen mit dem starken Yassin Idbihi (13 Punkte in Halbzeit eins, 15 am Ende) hielt er Alba in der ersten Hälfte im Spiel.

In die zweite Hälfte startete Alba dann mit 14:3 Punkten. „Je länger das Spiel gedauert hat, desto besser haben wir es kontrolliert“, analysierte Demirel. „Vor allem in der Verteidigung waren wir in der zweiten Halbzeit viel enger und aggressiver an den Gegenspielern dran.“ So führte Alba nach dem dritten Viertel bereits mit 14 Punkten Vorsprung 79:65 und schraubte die Führung bis zum Ende noch 17 Punkte hoch – es war Albas erster Auswärtssieg im 100-Punkte-Bereich. Einzig Derrick Allen schwächelt weiter, der Topscorer spielte nur neun Minuten und erzielte zwei Punkte. „Tadija Dragicevic und Sven Schultze haben nachher für ihn gespielt, sie waren besser drauf“, kommentierte Demirel. Tsp

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