Eishockey : Trübe Aussichten für die Eisbären Berlin

Die Eisbären unterliegen Augsburg 0:2. Nun können sich die Berliner kaum noch Hoffnungen auf die direkte Qualifikation für die Play-offs machen.

Frustabbau auf dem Eis: Die Eisbären-Spieler bei einer Rauferei.
Frustabbau auf dem Eis: Die Eisbären-Spieler bei einer Rauferei.Foto: imago/Contrast

Die Stimmung in der Arena am Ostbahnhof war am Dienstag sehr trübe. Selbst die Stimme von Stadionsprecher Uwe Schumann wirkte ungewohnt traurig im Unterton. Kein Wunder, denn das neue Jahr begann für die Eisbären so, wie das alte aufgehört hatte: Mit einer Niederlage. Nach dem 0:2 (0:0, 0:2, 0:0) gegen die Augsburger Panther können die Eisbären wohl die direkte Qualifikation für die Play-offs in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) abschreiben und sich auf die Pre-play-offs einstellen. Sicher nicht das, was die Berliner in dieser Saison erreichen wollten.

An einem Spieler wie Florian Busch lässt sich das substanzielle Dilemma der Eisbären beschreiben. „Buschi“, wie ihn die Berliner Fans immer noch gerne rufen, ist am Montag 32 Jahre alt geworden. Ein gestandenes Alter für einen Eishockeyprofi, in dem er dann im Regelfall auch mal ein Team führen kann oder sogar muss. Aber das ist eben nicht die präferierte Rolle von Busch und das ist, abgesehen von André Rankel vielleicht, auch nicht eine Rolle, in der sich viele der reiferen Eisbären-Spieler trotz ihrer vielen gewonnenen Meistertitel sehen.

Früher setzte ein Klub wie die Augsburger Panther bei einem Spiel in Berlin auch schon mal den zweiten Torwart ein, zu gewinnen gab es ja außer Erfahrung bei den Eisbären sehr oft nichts. Das hat sich geändert, am Dienstag traten die Schwaben als das aktuelle beste Überzahl-Team der Liga in Berlin an, übrigens bei der bisher schwächsten Powerplay-Mannschaft der DEL.

Im ersten Drittel hielten die Eisbären dem Augsburger Druck aber mit Glück und einem ausgezeichneten Torhüter Petri Vehanen stand. Es fiel kein Tor, obwohl die Berliner „viel zu oft auf der Strafbank waren“, wie ihr Stürmer Daniel Fischbuch in der ersten Pause feststellte. Das kostete Kraft und schließlich schienen die spielerisch reifer wirkenden Schwaben mehr davon zu haben. So erzielte Thomas Holzmann dann im Mitteldrittel aus unmöglichem Winkel auch recht frech das 1:0 für die Panther.

Eisbären taumelten nach Wirkungstreffer

Es war ein Wirkungstreffer, die Eisbären taumelten und mussten nun noch häufiger auf die Strafbank. im Spiel vier gegen drei demonstrierten die Augsburger dann ihre Fertigkeiten. Vehanen war chancenlos als Michael Davies zum 2:0 für die Gäste traf. Die Stimmung in der Halle war danach erst einmal auf einem neuen Tiefpunkt. Nur 9731 Zuschauer sahen das Trauerspiel am Dienstag.
Denn auch wenn sich die Berliner im letzten Drittel noch mühten, so reichte das nicht. Die Augsburger konnten ihren Vorsprung ohne große Anstrengung verwalten. Die Eisbären brachten den Gegner sehr selten in Verlegenheit, da hatte es nicht geholfen, dass ihr Verteidiger Maximilian Adam vor dem letzten Drittel noch versprochen hatte, „dass nichts verloren ist und wir noch einmal alles versuchen werden“. Allein Torwart Vehanen überzeugte bei den Berlinern schließlich, den Feldspielern fiel zu wenig ein.

Durch die Niederlage gegen Augsburg haben die Eisbären nun zehn Punkte Rückstand auf Platz sechs, den letzten Rang, der zur direkten Qualifikation für die Play-offs berechtigt. Dieser Rückstand ist in 16 Spielen der Hauptrunde für die Berliner kaum noch aufzuholen, zumal die Panther noch zwei Spiele mehr vor sich haben.

Für die Eisbären gilt es nun wohl vor allem, Platz acht zu verteidigen, um wenigstens mit Heimrecht in die Pre-play-offs starten zu können. Ein trauriges neues Ziel für die Berliner, aber seit Dienstagabend und der Niederlage gegen Augsburg ein realistisches.

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