Eishockey-Weltmeisterschaft : Wie Asterix und Obelix WM-Maskottchen wurden

Schon vor Wochen hingen an Bushaltestellen in Berlin großformatige Werbeplakate für die Eishockey-WM in Köln und Paris. Darauf zu sehen: die Maskottchen Asterix und Obelix.

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Gallier am Rhein. Asterix und Obelix feixen vor dem Kölner Dom. Foto: Henning Schoon/dpa
Gallier am Rhein. Asterix und Obelix feixen vor dem Kölner Dom.Foto: Henning Schoon/dpa

Guck mal, Obelix mit Eishockeyschläger.“ An sich dumm, dass die Weltmeisterschaft diesmal wieder an Berlin vorbei spielt. Denn dort hatten die Organisatoren schon vor Wochen großformatig ihre Werbeplakate an BVG-Haltestellen aufhängen lassen und damit den Nachwuchs neugierig gemacht: Asterix und Obelix sind bei der Jugend immer noch eine Marke, zumindest wenn das Smartphone mal in der Reparatur ist. Es war sicher eine clevere Idee, die beiden nur leicht angestaubten Comic-Kultfiguren zu den WM-Maskottchen zu machen. Die sind eine Marke, die sich einprägt. Denn wer erinnert sich noch an die deutschen WM-Maskottchen Spacy (WM 2001) oder an Urmel auf dem Eis (2010)? Ja, und wer waren zum Teutates noch mal Rok und Koolette? Die Maskottchen der Handball-WM, die vor einigen Wochen ebenfalls in Paris in der Arena von Bercy stattfanden, die nun die Heimstätte des französischen Teams in der Vorrunde ist.

Dabei war es gar nicht so einfach, die beiden knuddeligen Gallier als WM-Maskottchen zu bekommen. Henner Ziegfeld, Generalsekretär des WM- Organisationskomitees, erinnert sich: „Wir hatten die Idee schon vor Jahren. Nach einigem Vorlauf haben wir einen Termin beim Asterix-Verlag Les Éditions Albert René in Frankreich bekommen.“ Ein erstaunliches Ambiente hätten die dort gehabt, die Verhandlungen hätten an einem rustikalen alten Riesenholztisch stattgefunden, erinnert sich Ziegfeld. Dort allerdings sei er mit seinem Ansinnen auf viel Skepsis gestoßen.

Erst ein Besuch der Verantwortlichen aus Paris bei der Eishockey-WM 2015 in Prag habe den Umschwung gebracht. Von der Stimmung und Größe des Events seien die Franzosen beeindruckt gewesen. „Da erkannten sie beim Verlag die Vermarktungsmöglichkeiten.“ Passt ja auch, In Frankreich und Deutschland sind die Gallier beliebter als im Rest der Welt, die globale Auflage aller Bände von René Goscinny und des Zeichners Albert Uderzo beläuft sich auf mehr als 365 Millionen. Luc Tardif, Präsident des Französischen Eishockey-Verbandes, sagte gar: „Für unsere Fans und auch die teilnehmenden Teams stellen Asterix und Obelix zwei Identifikationsfiguren dar, die zeigen: Nichts ist unmöglich.“

Von den BVG-Bushaltestellen sind Asterix und Obelix inzwischen längst verschwunden. Wenn in diesem Jahrhundert noch einmal eine Eishockey-WM in Berlin stattfinden sollte, dann wird es sicher andere Maskottchen geben. Aber jetzt erstmal werden die beiden Gallier als Hauptakteure des Unterhaltungsprogramms in der Kölner und Pariser Arena sowie den Fandörfern herumturnen. Dort soll es dann auch etwas Zaubertrank für die Eishockey-Anhänger geben.

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