Eishockeyprofi Christoph Schubert : Team verloren, Profil gewonnen

Christoph Schubert hat bis zum Ende für den Erhalt der Hamburg Freezers gekämpft und dabei viele Sympathien gewonnen. Ein kurzes Portrait des Eishockeyprofis.

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Der Kapitän. Christoph Schubert.
Der Kapitän. Christoph Schubert.Foto: Imag0/Foto2Press

Fast sechs Tage und Nächte hat Christoph Schubert gekämpft, am Ende zwar den Kampf um die Existenz der Hamburg Freezers verloren, aber viel an Sympathien gewonnen. Die Anschutz-Gruppe, der Eigner des Hamburger DEL-Klubs, wollte eben nicht mehr, wie Schubert feststellen musste in seinem Statement am Ende. Obwohl der Kapitän vieles in Bewegung gesetzt hatte, an Geld und Sponsoren. Nachzulesen auf seiner Facebook-Seite.

Aufgefallen ist Christoph Schubert auf dem Eis schon früh. Groß, kräftig, starker Schuss, manchmal etwas ungestüm. 2001 war er Neuling des Jahres in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Bis 2002 war der Ur-Münchner in der DEL unterwegs. Seinerzeit für die München Barons. Als deren Eigner, die Anschutz-Gruppe, sein Team nach Hamburg verfrachtete, war auch Christoph Schubert weg. Allerdings nicht wegen des Umzugs, er wollte es in Nordamerika versuchen. Die Ottawa Senators aus der National Hockey-League (NHL) hatten den 1,92 Meter großen Burschen im Draft gezogen, wie es so unschön heißt. Nur an Stelle Nummer 147 seines Jahrgangs, in der vierten Runde. Das heißt noch nicht viel.

Doch Schubert, der Kämpfer, wollte in die NHL. Aber das Abenteuer begann für ihn nicht in Ottawa, sondern in der American Hockey-League in der Kleinstadt Binghampton im US-Staat New York. Dort bei den Farmteam, den Binghampton Senators, spielte Schubert drei Jahre lang.  Er kämpfte sich hoch, bis er es in die NHL geschafft hatte.

In Ottawa waren die Fans vom knallarten Verteidiger aus Deutschland begeistert

Als der Tagesspiegel ihn dort beobachtete, sagte ein kanadischer Sportreporter unserem Mitarbeiter: „Von diesem Kaliber bräuchten wir mehr Spieler", sagt Sportreporter Glenn Kulka. „Der Mann geht ran, spielt hervorragend, und er hat keine Hemmungen.“ Vier Jahre lang verteidigte Schubert für die Senators, kam 2007 mit ihnen sogar bis ins Finale um den Stanley Cup und unterlag dort allerdings den Anaheim Ducks. 346 mal lief er in der NHL auf, bevor er dann 2010 von den Atlanta Trashers nach Schweden wechselte.

In Göteburg bei Frölunda wurde er seinerzeit nicht glücklich, mitten in der Saison wechselte er nach Hamburg zu den Freezers. Deren damaliger Geschäftsführer Michael Pfad sagte, der Vertrag mit Christoph Schubert sei für die Freezers wie ein „Sechser im Lotto“.

Mit Schubert kam der Umbruch bei den Freezers, die Mannschaft wurde in ihren Strukturen „lokaler“, viele junge deutsche Spieler kamen und Schubert schließlich Kapitän. Einer Rolle, der sich abseits des Eises immer bewusst war. Für ein Interview war er immer zu haben. Und für ein flapsige Sprüche zur Not auch.

Aber die haben ihn natürlich in seinem Kampf um die Existenz des Klubs verlassen. Den Spieler, der einen Rentenvertrag (noch bis 2017) in Hamburg hatte und die Karriere in seiner Stadt beenden wollte. „Schließlich ist mein Sohn hier geboren, ich fühle mich Hamburg sehr verbunden“, hat Schubert, inzwischen 33 Jahre alt gesagt, vor ein paar Tagen gesagt: So etwas muss er jetzt nicht mehr sagen. Irgendwo stand, Christoph Schubert habe in fünf Tagen mehr für die Bekanntheitsgrad der Freezers getan, als Eigner Anschutz in 14 Jahren.

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