Ende der Materialschlacht : Schwimmanzüge ab 2010 verboten

Nach einem Jahrzehnt steht die Debatte um die Rennanzüge im Schwimmen wohl vor dem Ende. Sie dürften bald verboten sein.

Schwimm-DM in Berlin - Britta Steffen Foto: dpa
Im Anzug. Britta Steffen am Start.Foto: dpa

Rom - Nach einem Jahrzehnt steht die Debatte um die Rennanzüge im Schwimmen wohl vor dem Ende. 1999 erregte Australiens Superstar Ian Thorpe erstmals mit einem Ganzkörperanzug Aufsehen, gewann damit Rennen um Rennen und löste ein im Schwimmsport ungekanntes Wettrüsten aus. Die aktuellen Schwimm-Weltmeisterschaften in Rom werden wohl die letzten sein, bei denen die High-Tech-Anzüge erlaubt sind. Der Kongress des Weltverbandes Fina beschloss am Freitag am Rande der WM mit großer Mehrheit ein künftiges Verbot der Ganzkörperanzüge. Sämtliche Kunststoff-Beschichtungen sind künftig verboten, nur noch Textil-Materialien erlaubt. „Heute ist ein großer Tag für den Schwimmsport“, sagte der scheidende FINA-Präsident Mustapha Larfoui.

Wie das Internet-Portal „swimmnews.com“ berichtete, dürfen Männeranzüge ab dem 1. Januar 2010 nur noch von der Taille bis zum Knie gehen, die Frauenbadeanzüge müssen schulterfrei sein. Bei der WM in Rom müssen zum ersten Mal alle Anzüge offiziell abgenommen und genehmigt werden. Jeder Anzug wird danach markiert und mit einem Zahlencode einem Athleten zugeordnet.

Bei deutschen Schwimmern traf die Entscheidung auf große Zustimmung. „Das ist doch super. Darüber bin ich sehr glücklich“, sagte Europarekordler Paul Biedermann. Der 22-Jährige hatte stets den „Anzug-Wahnsinn“ kritisiert. „Das ist das Ergebnis, was wir uns gewünscht haben“, sagte auch Bundestrainer Dirk Lange. Er hatte am Vorabend an einem Treffen der Cheftrainer der acht größten Schwimm-Nationen teilgenommen. Die Weiterentwicklung der Anzüge hatte Kritik von Trainern und Athleten hervorgerufen, die den Schwimmsport in Gefahr sahen. So wurden 2008 allein 133 Weltrekorde aufgestellt. Deutsche Schwimmer beschwerten sich über die Qualität der Anzüge ihres Ausrüsters Adidas, der Sportartikelhersteller kündigte daraufhin den Vertrag mit dem Deutschen Schwimmverband.

Noch ist offen, ob alle mit den bald verbotenen Anzügen erzielten Rekorde bestehen bleiben oder mit einem Stichtag am 1. Januar 2010 gelöscht werden. dpa/Tsp

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