Sport : Er war ein Radsportler

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Was wird von Lance Armstrong in Erinnerung bleiben? Seine unwiderstehlichen und dadurch so unheimlichen Antritte am Berg? Die sieben Tour-Siege? Die Dopinganschuldigungen? Die gelben Gummi-Armbänder seiner Stiftung, mit der er Spenden in Höhe von 400 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen Krebs sammelte? Wahrscheinlich von allem ein bisschen.

Gestern verkündete der Radprofi im Alter von 39 Jahren wie erwartet sein Karriere-Ende, ein drittes Comeback nach seiner Krebserkrankung 1996 und seinem ersten Rücktritt 2005 schloss der Texaner aus. In den vergangen 15 Jahren, die kaum ein Sportler so prägte wie Armstrong, waren seine Erfolge für seine Fans der Beweis, dass der Radsport immer noch großes Drama und beeindruckende Leistungen liefern kann. Armstrongs Kritiker hingegen sahen in seinen Triumphen den Beleg für die brutale Logik des Dopings und die Skrupellosigkeit seiner Methoden. Ganze Bücher wurden über seine wahrscheinlichen Dopinganstrengungen geschrieben, auch jetzt läuft ein Prozess gegen den US-Amerikaner, der sich bisher stets seinen Verfolgern entziehen konnte – selbst wenn die Beweislast gegen ihn oft erdrückend war. Auch in dieser Hinsicht ist Armstrong wohl ein Vorbild für seinen früheren Stallgefährten Alberto Contador und andere Radsportler.

Pat McQuaid, Chef des RadsportWeltverbands, hat Lance Armstrong stets unkritisch als „Ikone“ und „Weltstar“ gefeiert. Zum Abschied sagte er nun, der Radsport habe Armstrong viel zu verdanken. Das ist richtig – im Schlechten wohl noch viel mehr als im Guten.Seite 26

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