Europa-League-Auftakt : Vier Spiele, kein Sieg

Die deutschen Teams haben beim Start der Europa League mehr Probleme als erwartet: Stuttgart, Leverkusen, Hannover und Mönchengladbach spielen nur unentschieden.

Jan Schlaudraff kämpft mit Willem Janssen um den Ball.
Jan Schlaudraff kämpft mit Willem Janssen um den Ball.Foto: dpa

Twente Enschede – Hannover 2:2

Zwischen Hannover 96 und der Europa League hat sich in der vorigen Saison eine echte Liebesbeziehung entwickelt. Bis ins Viertelfinale sind die Niedersachsen vorgestoßen, die Spiele im Europapokal waren für die Fans der 96er wahre Feiertage. Gestern aber begann die neue Saison in der Europa League mit einigem Frust. Die Mannschaft von Mirko Slomka verlor damals 1:2 (0:1) beim holländischen Ehrendivisionär Twente Enschede und kassierte ihre erste Pflichtspielniederlage in dieser Saison. An der Zuneigung von Seiten der Niedersachsen dürfte sich auch gestern nichts geändert haben. Bei Twente Enschede sah es lange nach einem ernüchternden Abend für 96 aus: 2:0 führten die Holländer, doch innerhalb von sechs Minuten glichen die Gäste aus. 2:2 (2:0) hieß es auch am Ende.

Anfangs wirkten die Hannoveraner in der Abwehr oft seltsam unorganisiert. Bereits in der siebten Minute brachte Willem Janssen Twente in Führung – und die Gäste aus Deutschland hatten Glück, dass sie zur Pause nicht bereits deutlich höher zurücklagen. Hannover hatte in der ersten Halbzeit nur eine halbwegs gefährliche Gelegenheit, durch einen Freistoß von Szabolcs Huszti, der jedoch genau in den Armen von Nikolai Michailow landete. Die Unzufriedenheit Slomkas mit seiner Mannschaft bekam Sergio Pinto schon nach einer guten halben Stunde zu spüren: Der Portugiese musste vom Feld, für ihn kam Adrian Nikci.

Die zweite Hälfte begannen die Gäste deutlich engagierter, doch ihr Eifer wurde schnell durchkreuzt. In der 54. Minute traf Nacer Chadli mit einem Freistoß zum 2:0. Jan Schlaudraff hatte den Ball unhaltbar für Ron-Robert Zieler abgefälscht. Das Spiel schien entschieden, nach dem Anschlusstreffer durch Artur Sobiech aber schöpften die Gäste neue Hoffnung. Nur sechs Minuten später lenkte Twentes Kapitän Peter Wisgerhof eine Hereingabe von Konstantin Rausch zum 2:2 ins eigene Tor. Dabei blieb es – auch weil Zieler in der Nachspielzeit noch zweimal glänzend gegen Luc Castaignos rettete. Tsp

Stuttgarts Angreifer Cacau im Zweikampf mit Bukarests Daniel Georgievski.
Stuttgarts Angreifer Cacau im Zweikampf mit Bukarests Daniel Georgievski.Foto: AFP

VfB Stuttgart – Steaua Bukarest 2:2

Der VfB Stuttgart sucht weiter vergebens nach der Leichtigkeit. Zum Start der Gruppenphase in der Europa League reichte es für die Schwaben gegen Steaua Bukarest vor 17 155 Zuschauern im eigenen Stadion nur zu einem 2:2 (1:1)-Unentschieden, obwohl sie insgesamt dreimal Pfosten und Latte trafen. „Wir hatte Chancen für drei Spiele“, sagte Innenverteidiger Georg Niedermeier, der den VfB mit seinem Tor fünf Minuten vor Schluss sogar vor einer Niederlage bewahrte. Die Stuttgarter blieben im fünften Pflichtspiel hintereinander sieglos.

Dabei hatte es für die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia richtig gut angefangen. Der in der Bundesliga gesperrte Vedad Ibisevic köpfte schon in der fünften Minute zum 1:0 für die Gastgeber ein. Die Führung währte allerdings nur eine Minute, dann glich Alexandru Chipciu vor 17 155 Zuschauern für die Rumänen aus. Die Defensive des VfB leistete sich nicht nur vor diesem Treffer haarsträubende Aussetzer. Vor allem Niedermeier und Maza produzierten Fehlpässe, die den Gegner zu schnellen Attacken förmlich einluden. Der Mexikaner war es auch, der mit einem Foul im Strafraum den Elfmeter verursachte, den Raul Rusescu zehn Minuten vor Schluss zum 2:1 für die Gäste verwertete. Niedermeier rettete dem VfB mit seinem Kopfballtor wenigstens noch einen Punkt. „Die Mannschaft hat Moral gezeigt“, sagte Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic. „Das Glück wird auch wieder zurückkommen.“ dpa

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