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Deutsche Formel-1-Rennstrecken : Ecclestone: "Das ganze Geld haben wohl die Griechen"

28.07.2012 19:35 Uhrvon
Weg und hin. In Deutschland wird gegen Bernie Ecclestone ermittelt, auf dem Hungaroring ließ er sich mit seinem Bus blicken. Foto: dapdBild vergrößern
Weg und hin. In Deutschland wird gegen Bernie Ecclestone ermittelt, auf dem Hungaroring ließ er sich mit seinem Bus blicken. - Foto: dapd

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone spricht im Interview über die Probleme deutscher Rennstrecken und seinen Einstieg am Nürburgring.

Nach Hockenheim war Bernie Ecclestone vergangene Woche doch nicht gekommen. Den Formel-1-Chef trieb allerdings nicht die Angst vor einer Verhaftung in Deutschland um, die er wegen Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft fürchten müsste. Diese arbeitet schließlich an einer Anklage gegen den 81 Jahre alten Briten wegen Bestechung, nachdem der ehemalige Bankvorstand Gerhard Gribkowsky Ecclestone belastet hatte. Laut Gribkowksy geht es um nicht weniger als 44 Millionen US-Dollar. Er habe eben andere Verpflichtungen in London gehabt und sei deshalb nicht nach Deutschland gekommen, ließ Ecclestone zwischenzeitlich wissen, und benannte als Grund unter anderem private Probleme seiner Tochter, die er lösen müsse.

Jetzt auf dem Hungaroring tauchte er plötzlich wieder auf im Formel-1-Zirkus und stellte sich einigen Fragen zu seiner Zukunft und zu den Aussichten des deutschen Motorsports, der gerade von der Insolvenz der Nürburgring GmbH erschüttert wird.

Herr Ecclestone, man hört, Sie wollen am Nürburgring auch finanziell einsteigen – können Sie das bestätigen?

Nun ja, es werden Gespräche geführt.

Das ist kein Dementi.

Wir werden sehen.

Wären Sie denn enttäuscht, wenn der Nürburgring endgültig pleite und der Formel 1 verloren gehen würde?

Ich möchte keine der Rennstrecken verlieren. Wir müssen das Rennen in Deutschland behalten, und dafür müssen wir das Bestmögliche tun.

Warum rechnet sich die Formel 1 in Deutschland nicht mehr?

Was mich in Deutschland überrascht, ist, dass alle Rennstrecken diese finanziellen Probleme haben, denn das ist ja der Knackpunkt des Ganzen. Wahrscheinlich hat Deutschland sein ganzes Geld den Griechen gegeben – und das ist der Grund.

Bernie Ecclestone, 81, ist eine öffentlich umstrittene Figur. Der milliardenschwere Brite ist mächtiger Chef der Formel 1. In Deutschland wird wegen Bestechung gegen ihn ermittelt. Foto: dpaBild vergrößern
Bernie Ecclestone, 81, ist eine öffentlich umstrittene Figur. Der milliardenschwere Brite ist mächtiger Chef der Formel 1. In Deutschland wird wegen Bestechung gegen ihn ermittelt. - Foto: dpa

Könnten Sie sich vorstellen, den Nürburgring komplett zu kaufen?

Nein. Ich glaube auch nicht, dass er als solches, also als Immobilie an sich, zum Verkauf steht.

Aber sie könnten trotzdem finanziell einsteigen und eventuell Anteile erwerben?

(Ecclestone grinst) Warten wir es ab. Im Moment werden überall Gespräche geführt.

Gibt es eigentlich schon den Entwurf eines Terminkalenders für die nächste Saison?

Ja, ich habe einen, er ähnelt sehr dem diesjährigen und umfasst 20 Rennen. Valencia ist nicht mehr drin, die wechseln sich ja mit Barcelona ab. Dafür ist der zweite amerikanische Grand Prix in New Jersey im Moment mal vorgesehen.

Der Nürburgring auch?

Ja.

Was passiert, wenn die Nürburgring GmbH die Sanierung nicht schafft und alle Rettungsversuche von außen fehlschlagen? Fliegt die Strecke dann aus dem Rennkalender?

Dann gehen wir eben nach Hockenheim.

Ist das mit Hockenheim schon vertraglich festgeschrieben?

Auch da sind wir in Gesprächen. Schönen Tag noch!

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