Frauen-EM : Deutschland schlägt Island mit 3:0

Mit einer starken Leistung wollten sich die deutschen Fußballerinnen nach der Niederlage gegen die Niederlande zurück in den Favoritenkreis spielen. Das ist ihnen gelungen. Die DFB-Frauen haben Island bei der EM am Sonntagabend mit 3:0 geschlagen. Der Sieg hätte noch höher ausfallen können.

Gregor Derichs
Der zweite Treffer fiel in der zweiten Halbzeit: Einen Schuss von Maier aus zehn Metern klatschte Gunnarsdottir ab, dort stand da Mbabi und hämmerte den Ball zu ihrem 42. Tor im 81. Länderspiel unter die Latte. Am Ende stand es 3:0 für die deutschen Fußball-Frauen.
Der zweite Treffer fiel in der zweiten Halbzeit: Einen Schuss von Maier aus zehn Metern klatschte Gunnarsdottir ab, dort stand da...Foto: dpa

Der Song „Sevens Nations Army“ war für die deutschen Fußball-Frauen mehr als Musik in den Ohren. Das Werk der „White Stripes“, seit Jahren ein beliebter Hit bei Sportveranstaltungen, bedeutete für die DFB-Mannschaft die Rückkehr zu altem Selbstbewusstsein und neuer Power bei der Europameisterschaft in Schweden. Im zweiten Gruppenspiel in Växjo erklang das Lied als Erkennungsmerkmal für gefallene Tore dreimal aus den Lautsprechern. Mit dem 3:0 (1:0) gegen den 15. der Weltrangliste nach Toren von Lena Lotzen und zweimal Celia Okoyino da Mbabi nahm der Titelverteidiger Kurs aufs Viertelfinale.

Am Mittwoch im dritten Gruppenspiel gegen Norwegen reicht dem siebenmaligen Europameister in Kalmar ein Unentschieden für den Sieg der Gruppe B. Doch gegen den zweimaligen Europameister, der die Niederlande gestern mit 1:0 besiegte, soll der Aufwärtstrend bestätigt werden.

Bundestrainerin Silvia Neid nahm vor 4620 Zuschauern eine Änderung in der Startelf vor, indem sie für Anja Mittag die Freiburgerin Melanie Leupolz auf die linke Mittelfeldseite stellte. Für die 19-Jährige, die der DFB als beste Nachwuchsspielerin auszeichnet, war es erst das vierte Länderspiel und das Startelf-Debüt. Das Durchschnittsalter des jungen Teams sank weiter auf 22 Jahre.

Die Elf zeigte nach dem enttäuschenden 0:0 gegen die Niederlande von Beginn an, dass sie drei Punkte mitnehmen wollte. Engagiert drückten die DFB-Frauen die Isländerinnen gleich in die eigene Hälfte. Die Bundestrainerin hatte zudem eine taktische Änderung vorgenommen, indem sie die Formation von einem 4-2-3-1 auf ein 4-4-2 umstellte. Als zweite Spitze neben da Mbabi agierte Dzsenifer Marozsant. Die technisch perfekt ausgebildete Offensivspielerin setzte auch die markantesten Akzente.

Mit einer blitzsauberen Volleyabnahme prüfte die in Budapest geborene Nationalspielerin die isländische Torfrau Gunnarsdottir. Torfrau Nadine Angerer, die künftig für den australischen Klub Brisbane Roar spielen wird, wurde erstmals geprüft, als Holmfridur Magnusdottir einen energischen Lauf durchs Mittelfeld mit einem Schuss von der Strafraumgrenze abschloss.

Ein Lattentreffer von Lotzen nach einem Marozsan-Freistoß war die nächste vielversprechende Aktion. Dann fiel die Führung für den siebenmaligen Europameister: Die 19-jährige Lotzen umspielte nach einem Steilpass von Marozsan ihre Gegenspielerin mit einem Hackentrick, legte sich den Ball vom rechten auf den linken Fuß und traf. Es war ihr erstes Länderspieltor im 15. Einsatz

Danach zogen die deutschen Mädchen das Tempo weiter an. Aber Lotzen, die erst 20-jährige Leonie Maier, aber auch die erfahreneren Lena Goeßling (26) und vor allem da Mbabi (24) vergaben reihenweise gute Torchancen. Das 2:0 wollte in der ersten Halbzeit trotz starker Überlegenheit nicht fallen. Neid hatte vor dem Spiel eingeräumt, dass ihrer Mannschaft „die Angebrühtheit“ fehle. Aber das sei verständlich. Dafür war beim 13. Sieg des Deutschen Fußball-Bundes im 13. Spiel gegen die Isländerinnen, die ein beachtliches 1:1 gegen Norwegen erzielt hatten, der Enthusiasmus umso größer.

Der zweite Treffer fiel erst in der zweiten Halbzeit. Einen Schuss von Maier aus zehn Metern klatschte Gunnarsdottir ab, dort stand da Mbabi und hämmerte den Ball zu ihrem 42. Tor im 81. Länderspiel unter die Latte. Die künftige Frankfurterin schoss fünf Minuten noch das 3:0 bei einem Sieg, der noch höher hätte ausfallen können.


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