Deutschland - Italien 1:2 : Deutschland erlebt sein blaues Wunder
28.06.2012 23:45 UhrManuel Neuer schüttelte den Kopf. Thomas Müller schüttelte den Kopf. Bastian Schweinsteiger schüttelte den Kopf. Mit geteilter Fassungslosigkeit schlichen die deutschen Nationalspieler vom Rasen des Warschauer Stadions. Kein Traumfinale gegen Spanien, keine Belohnung für ein so gutes Turnier. Stattdessen hat sich die Geschichte wiederholt, auch dieses Turnierspiel, das EM-Halbfinale, konnte Deutschland nicht gegen Italien gewinnen. 1:2 stand es am Ende, und Bundestrainer Löw berichtete kurz nach dem Abpfiff von einer „gespenstischen Stille in der Kabine. Da fließen gerade Tränen.“ Es ist das traurige Ende eines bis dahin so erfolgreichen Turniers, in dem die deutsche Mannschaft bis dahin als einzige alle Spiele gewonnen hatte.
Angriffslustig hatte Bundestrainer Joachim Löw die Italiener erwartet. Sonst hätte er nicht Lukas Podolski und Mario Gomez wieder in die Startelf befördert (siehe Text unten). Aber wirklich so offensiv? So wuchtig? So gefährlich? Das Spiel gegen die defensiven Griechen aus dem Viertelfinale wirkte auf einmal wie das schlechtestmögliche Testspiel für dieses Treffen mit den Italienern. Jetzt stand die deutsche Mannnschaft in einer anderen Fußballwelt.
Bildergalerie: Die deutschen Spieler in der Einzelkritik
In den ersten zwanzig Minuten durfte sie noch versuchen, selbst in Führung zu gehen. Diese Zeit füllte sie auch mit ein paar Chancen, einem Schuss von Mats Hummels im Strafraum, den Andrea Pirlo auf der Linie klärte und so zeigte, dass er nicht nur genialer Spielmacher und lässiger Elfmeterverwandler ist, sondern auch Retter sein kann. Oder mit einem Distanzschuss des erstmals von Beginn an spielenden Toni Kroos, den Torwart Gianluigi Buffon abwehrte. Dann waren zwanzig Minuten vorbei und es passierte das erste Ungeschick.
Video: Deutschland scheitert an Italien
Zwei verlorene Zweikämpfe und Deutschland lag 0:1 zurück. Erst ließ Hummels Antonio Cassano nahezu unbedrängt flanken, anschließend legte auch Holger Badstuber im Strafraum gegen Mario Balotelli Manndeckung eher großzügig aus. Den Arm bekam Badstuber noch an Balotelli, aber nicht mehr den Kopf an den Ball. Dafür köpfte Balotelli ihn über die Linie.
























