Fußball-WM 2014 im Fernsehen : 18 Uhr gewinnt

Wegen der Zeitverschiebung zwischen Brasilien und Deutschland werden die meisten WM-Spiele entweder um 18 Uhr oder um 22 Uhr deutscher Zeit anfangen. Frühere deutsche Spiele wären gut für ARD und ZDF.

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Mitten in der Nacht: ARD und ZDF würden lieber DFB-Spiele um 18 Uhr übertragen müssen
Mitten in der Nacht: ARD und ZDF würden lieber DFB-Spiele um 18 Uhr übertragen müssenFoto: dpa/picturealliance

Wer die Spiele der Fußball-WM 2014 live im Fernsehen verfolgen will, muss lange aufbleiben. Das liegt an der Zeitverschiebung zwischen Brasilien und Deutschland. Wenn hier um 17 Uhr die Büros schließen, ist es in Brasilien 12 Uhr Mittag. Nicht die passende Zeit für ein Fußballspiel im südamerikanischen Winter, auch wenn das die übertragenden Sender wie ARD und ZDF und ihre Zuschauer sicher gerne hätten.

Bei den Anstoßzeiten wurden nicht nur die Zeitunterschiede zum größten TV-Zuschauermarkt in Europa berücksichtigt, sondern auch die Temperaturen an den jeweiligen Spielorten. Dort ist es auch im brasilianischen Winter oft über 30 Grad heiß. Ähnlich wie bei der WM 1986 in Mexiko, bei der einige Spiele um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit angepfiffen wurden.

Und diesmal? Bis auf ein Vorrundenspiel in Manaus, das um drei Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit beginnt, finden die meisten WM-Spiele zu für die deutschen Fernsehzuschauer vergleichsweise humanen Zeiten statt. Anstoßzeit der meisten Vorrundenspiele sowie aller Spiele der Finalrunde ist zwischen 18 und 22 Uhr deutscher Zeit. Das ist vor allem wichtig wegen der Werbespots. Diese dürfen laut Rundfunkstaatsvertrag bei ARD und ZDF nicht nach 20 Uhr laufen. Je früher also Deutschland spielt, desto mehr von den teuren Übertragungsrechten können die Sender über Werbung refinanzieren. Bei Spielen ab 20 Uhr wäre allerdings die Einschaltquote höher. Was die spannende Frage der von Gebührenzahlern getragenen Kosten angeht, schweigen die Sender. Für die WM 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika sollen ARD und ZDF jeweils rund 180 Millionen Euro bezahlt haben. Bei der WM 2014 sind es wegen der weniger attraktiven Sendezeiten angeblich rund 150 Millionen Euro.

Welche Uhrzeit wäre in dieser Hinsicht für ein Spiel mit deutscher Beteiligung am besten? Kann man auf den Spielplan nicht doch noch Einfluss nehmen? Wie viel Raum nehmen die Zusammenfassungen im Frühstücksfernsehen ein? Knifflige Fragen für die Programmplaner. Vor der Auslosung wollen sich ARD und ZDF nicht in die Karten schauen lassen. „Details möchten wir im Moment noch nicht veröffentlichen“, sagt ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. Dazu werde es im kommenden Jahr rechtzeitig vor der WM eine Pressekonferenz geben. Erst nach der Auslosung und der Verteilung der Sendetage zwischen ARD und ZDF stehe die Detail-Programmplanung an.

Schon die Auslosung heute ist ein TV-Event. Sie soll etwa 35 Minuten dauern und beginnt um 17:45, die ARD überträgt aber schon ab 16.50 Uhr. Viel Zeit für Expertentalk während dieser schönen Dienstreise für Moderator Matthias Opdenhövel. Im Juni 2014 wird ein Tross aus Sportredaktionen und Produktionsteams folgen.

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