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Hamburg : Schwere Ausschreitungen bei Hallenfußballturnier

In Hamburg ist es bei einem Hallenfußballturnier zu heftigen Ausschreitungen zwischen Fans des FC St. Pauli und des VfB Lübeck gekommen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, 74 Randalierer wurden festgenommen.

Randale statt Fußball. In Hamburg ist am 6. Januar ein Hallenturnier abgebrochen worden.Alle Bilder anzeigen
Foto: dapd
07.01.2012 18:26Randale statt Fußball. In Hamburg ist am 6. Januar ein Hallenturnier abgebrochen worden.

Nach den massiven Ausschreitungen beim Hamburger Hallenfußballturnier und der Absage des zweiten Turniertages gehen die Veranstalter von organisierter Randale aus. „Das war ein krimineller Akt, das war vorbereitet. Die Chaoten waren offensichtlich verabredet“, sagte Mitorganisator Peter Sander am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Veranstaltungschef Wolfgang Engelmann sprach mit Blick auf die Krawalle mit 90 Verletzten am Freitagabend im Sender Sky Sport News sogar von „organisierter Kriminalität“. Offen blieb, ob es Verabredungen zur Gewalt über soziale Netzwerke gegeben hat. Der Hamburger Fußball-Verband (HFV) stellte die Zukunft der Veranstaltung infrage und kündigte Schadenersatzforderungen an.

„Abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden für die Veranstalter dieses Turniers wird es in Zukunft schwer, unter solchen Voraussetzungen Sponsoren für derartige Veranstaltungen zu gewinnen“, sagte HFV-Präsident Dirk Fischer am Samstag und forderte: „Die Täter müssen gefasst, bestraft und zur Schadenswiedergutmachung herangezogen werden. Man darf diese gefährlichen Straftaten nicht verharmlosen.“ Engelmann räumte allerdings auch ein, dass in der Alsterdorfer Sporthalle die Trennung rivalisierender Fan-Gruppen kaum möglich sei und die Polizei sie als ungeeignet für künftige Turniere ansehe. Der Bundesligist Hamburger SV hatte seine Teilnahme an dem seit 1987 ausgetragenen Turnier im Vorfeld wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Trotzdem waren neben Anhängern von Zweitligist FC St. Pauli und Regionalligist VfB Lübeck Berichten zufolge auch HSV-Fans beteiligt.

Nach jüngsten Polizeiangaben vom Samstag wurden rund 90 Menschen verletzt. 40 von ihnen, darunter laut Polizei auch Unbeteiligte, erlitten durch den Einsatz von Pfefferspray Augenreizungen, 38 Personen und elf Polizisten wurden bei Ausschreitungen verletzt. Ein Polizist erlitt einen Kieferbruch, ein anderer einen Achillessehnenriss, ein Ordner erlitt eine Schulterluxation. Insgesamt 74 Randalierer wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, davon 72 Anhänger des Zweitligisten FC St. Pauli. Zwei Rowdys wurden festgenommen. Rund 300 Polizisten waren im Einsatz. In der Halle hielten sich etwa 3000 Zuschauer auf.

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