Hamburger SV - TSG Hoffenheim 1:5 : Das Dorf wirbelt

Die TSG Hoffenheim wirbelt durch die Abwehr des Hamburger SV und gewinnt deutlich mit 5:1.

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Die Doppelpacker: Roberto Firmino (l.) und Anthony Modeste erzielten beim 5:1-Sieg gegen den HSV je zwei Tore.
Die Doppelpacker: Roberto Firmino (l.) und Anthony Modeste erzielten beim 5:1-Sieg gegen den HSV je zwei Tore.Foto: dpa

Hamburg - René Adler war restlos bedient: „Das war eine katastrophale Leistung. Wir haben wieder mal eine amüsante Woche vor uns.“ Der Nationaltorwart des Hamburger SV hatte schon nach einigen schwachen Testspielauftritten in der Vorbereitung eine bessere Einstellung seiner Mannschaft angemahnt. Offenbar verhallten die mahnenden Worte des Anführers aber ungehört: Nach dem peinlichen 1:5 gegen die TSG Hoffenheim am Samstagnachmittag steuert der Hamburger SV direkt auf seine erste Krise zu – und das nach dem zweiten Spieltag.

Einer passablen ersten Halbzeit ließ Trainer Thorsten Finks Mannschaft eine ganz schwache zweite folgen und ging unter gegen ein Hoffenheimer Team, das mit feinem Konterfußball erfreute: Kevin Volland, Anthony Modeste (2) und Roberto Firmino (2) wirbelten den HSV gehörig durcheinander und trafen nach Belieben. Dabei hatte es zur Pause noch gut ausgesehen; weil Firminos Führung in der fünften Minute durch Rafael van der Vaarts Handelfmeter kurz vor der Pause ausgeglichen wurde. Doch später dann zerbröselte dieser HSV, der ja eigentlich Rang sechs und die Europa League erreichen will: Volland in der 50. Minute, zweimal der starke Modeste und der überragende Firmino schraubten das Ergebnis dann innerhalb von zehn Minuten in die Höhe.

Grimmig schaute dementsprechend Fink drein, als er das Spiel analysierte: „Hoffenheim war technisch besser und hat schneller gedacht. Wir hatten ein sehr schlechtes Defensivverhalten und sind auseinander gefallen.“ Ungewöhnlich für Fink, gab er auch noch allgemeine Kritik an seiner Mannschaft zu Protokoll: „Ich bin seit eindreiviertel Jahren hier, und die Mannschaft lässt mich nicht einmal über drei, vier Spiele durchatmen. Wir müssen einfach an der Konstanz arbeiten. Heute haben wir drei Punkte verloren und Kredit verspielt. Wenn wir weiter so auftreten, sind die avisierten Plätze natürlich unerreichbar.“

Fink war sauer, dass eine Woche nach der guten Leistung beim 3:3 in Gelsenkirchen so ein Tiefschlag folgte: „Letztes Mal war gut, heute war Scheiße“, rief Fink wutentbrannt und haute mit der flachen Hand während der Pressekonferenz auf den Tisch. Auf eine Diskussion zu seiner Taktik ohne Stürmer, aber mit verdichtetem Mittelfeld, die noch am vergangenen Sonntag beim FC Schalke fruchtbar und ansehnlich gewesen war, dies Mal aber misslang, ließ sich Fink nicht ein: „Lasst uns nicht über Taktik reden. Heute hatte jeder seinen Anteil, aber nicht die Taktik.“

Die TSG Hoffenheim spielte eine Woche nach dem 2:2 gegen den 1. FC Nürnberg überzeugend und teilweise Traumfußball – allerdings auch weitgehend ungehindert von gegnerischen Attacken. „Heute ist alles in unsere Richtung gelaufen“, sagte Trainer Markus Gisdol, „ich bin sehr glücklich, so einen stabilen Auftritt meiner Mannschaft gesehen zu haben. Wir hatten immer Zugriff auf den Ball und sind selten nachlässig geworden. Am Ende war dann jeder Schuss ein Treffer, da war auch Glück dabei.“ Hoffenheim wirkte in fast jeder Sequenz der Partie eingespielter und reifer in der Spielanlage als Hamburg. Und so muss die Mannschaft auch die nächste Woche nicht fürchten – da geht es gegen den bisher punktlosen SC Freiburg. Frank Heike

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