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Hamburger SV - VfL Wolfsburg 1:3 : So wenig Bundesliga wie nie

Der Hamburger SV präsentiert sich beim 1:3 gegen Wolfsburg zweitligareif - das Nordduell gegen den VfL Wolfsburg ging verdient an die Wölfe. Auch der Glaube an Trainer Mirko Slomka scheint verloren.

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Hamburgs Rincón kann es nicht fassen, Wolfsburgs Naldo jubelt nach seinem Treffer zum 2:0. Foto: dpa
Hamburgs Rincón kann es nicht fassen, Wolfsburgs Naldo jubelt nach seinem Treffer zum 2:0.Foto: dpa

Mirko Slomka mochte schon kurz nach der Halbzeit nicht mehr hinsehen. Als Ivica Olic zum 3:0 für den VfL Wolfsburg getroffen hatte, schien der immer zuversichtliche Trainer des Hamburger SV die Punkte abgeschrieben zu haben. Es sah stark nach Abstieg aus, was der HSV am Samstagabend zeigte. In Hamburg wäre man nach dem 1:3 (0:2) gegen den VfL Wolfsburg wohl überglücklich, doch noch auf Rang 15 zu landen. Aber es sieht wohl immer mehr nach weniger aus, womöglich nach Rang 16 und den zwei Spielen in der Relegation gegen den Dritten der Zweiten Liga am 15. und 18. Mai. Slomka gab nach dem Spiel jedenfalls schon zu, dass man die möglichen Gegner für die Relegation schon beobachte. Egal wie, der Klassenerhalt sei immer noch gut möglich für den HSV, sagte der Trainer. "Wir haben uns vorgenommen, nie aufzugeben", sagte Slomka. "Und das werden wir in den nächsten Wochen so weitermachen."

Hamburg bleibt der bange Blick zur Konkurrenz

Der Wille allein wird den Hamburgern nicht mehr reichen. Das Spiel gegen Wolfsburg war eine Darbietung, die den Hamburgern kaum Raum für großen Optimismus gibt. Auch wenn Sportchef Oliver Kreuzer den starken Gegner nach dem Spiel noch stärker redete. "Wolfsburg ist eine Weltklassemannschaft. Da war nicht mehr drin", sagte Kreuzer. Aber, logisch: "Wir geben nicht auf."

Dem HSV blieb an einem trüben Samstag im eigenen Stadion nur der bange Blick nach Nürnberg und Stuttgart und die Hoffnung, dass keiner von beiden Konkurrenten gegen den Abstieg in den Spielen am Ostersonntag punktet. Doch so, wie sich die Mannschaft und die frustrierten Fans, die ihre Mannschaft schon zur Pause mit einem Pfeifkonzert in die Kabine schickten, präsentierten, ist der Glaube an Mirko Slomka als Retter verloren gegangen. Dem dritten Trainer der Saison ist es bisher misslungen, den HSV aus dem Keller zu führen.

"Diese Niederlage tut richtig weh"

Der VfL bleibt durch den 16. Saisonsieg weiter in Reichweite der Champions-League-Plätze. Das erste Tor des Tages gelang Ivan Perisic schon in der zweiten Minute; nach Luiz Gustavos Pass hatte René Adler im Hamburger Tor beim Herauseilen einen Moment zu lange gezögert. Die Entscheidung fiel dann schon drei Minuten vor der Pause, als Kevin de Bruyne genau zielte und im Strafraum unbehindert ins Tor traf. Olics 3:0 und Ivo Ilicevics Tor zum Anschluss für den HSV waren die Höhepunkte der zweiten Halbzeit. Die Hamburger stemmten sich am Ende zwar noch mal gegen die Niederlage, mit mehr Kampf als Ideen, hatten aber auch Glück, dass Wolfsburg nicht seine Chancen nutzte und die Niederlage nicht höher ausfiel.

Am Ende gab es unter den 56 279 Zuschauern in der Arena nach ein paar Pfiffen schnell eine fast unheimliche Stille. Die Fans der Hamburger schienen auch zu realisieren, dass der erste Abstieg des Gründungsmitgliedes der Bundesliga nicht mehr allzu weit entfernt ist. Die Hamburger Spieler schlichen vom Platz. Abwehrspieler Heiko Westermann sagte: "Wahnsinn! Diese Niederlage tut richtig weh." Sein Kollege Hakan Calhanoglu sah es genauso und war erstaunt darüber, "dass wir heute kaum einen Zweikampf gewonnen haben". Abstiegskampf sieht eben anders aus, als das, was der Hamburger SV an den letzten Spieltagen der Saison präsentiert.

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