Handball-Bundesliga : Die Füchse schließen ihre Personalplanungen ab

Iker Romero bleibt beim Handball-Bundesligisten in Berlin. Entgegen aller ursprünglichen Pläne beendet der Kapitän seine Karriere doch nicht in diesem Sommer, sondern bleibt seinem Team ein weiteres Jahr erhalten. Eine kleine Sensation.

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Iker Romero bleibt beim Handball-Bundesligisten in Berlin.
Iker Romero bleibt beim Handball-Bundesligisten in Berlin.Foto: dpa

Zu fortgeschrittener Stunde erzählte Iker Romero, wie das so abgelaufen ist mit seinem Inventar. Auto? Längst zurückgegeben an den Verein. Versicherungen? Gekündigt, genau wie der Handyvertrag. Fernseher? Steht jetzt im Wohnzimmer von Teamkollege Fabian Wiede. Sofaecke? Hat sich Paul Drux abgeholt, der andere hochtalentierte Nachwuchsspieler der Füchse Berlin. „Ich habe nichts mehr“, sagte Romero mit einem Augenzwinkern, „aber das ist gar nicht schlimm.“ Seit Mittwoch besitzt der Spanier immerhin wieder gültige Arbeitspapiere beim Handball-Bundesligisten. Entgegen aller ursprünglichen Pläne beendet der Kapitän seine Karriere nämlich doch nicht in diesem Sommer, sondern bleibt den Berlinern ein weiteres Jahr erhalten – eine kleine Sensation.

Die Personalie Romero steht am Ende einer Kettenreaktion, die von einem anderen Spieler ausgelöst worden war. Sven-Sören Christophersen hatte die Berliner Vereinsführung zu Wochenbeginn darum gebeten, seinen bis 2015 laufenden Vertrag vorzeitig aufzulösen. „Diesem Wunsch haben wir entsprochen, weil wir ihm die Chance auf einen langfristigen Vertrag nicht verbauen wollten“, sagte Manager Bob Hanning. Christophersen unterschrieb einen Drei-Jahres-Vertrag bei Hannover-Burgdorf, der Liga-Konkurrent hatte sich bei den Füchsen ganz offiziell nach der Verfügbarkeit des Nationalspielers erkundigt.

„Das Projekt in Hannover ist ähnlich reizvoll wie damals, als ich nach Berlin gekommen bin“, sagte Christophersen, „Parallelen sind eindeutig zu erkennen.“ Die Niedersachsen haben sich in den letzten Jahren beständig vorgearbeitet in der weltbesten Handball-Liga, mit Christophersen starten sie nun einen neuerlichen Angriff auf das obere Tabellendrittel. Wegen des freundschaftlichen Verhältnisses mit den Hannoveranern verzichteten die Füchse sogar auf eine Ablösesumme, die normalerweise fällig geworden wäre.

Offen blieb zunächst die Frage, was die Personalrochade mit Blick auf die kommende Spielzeit bedeutet. Nach aktuellem Stand stehen den Abgängen von Christophersen und Markus Richwien keine externen Zugänge gegenüber, die Berliner setzen lieber auf ihre eigene Jugend. Paul Drux, der in diesem Jahr noch für die A-Jugend spielberechtigt war und nur phasenweise bei der ersten Mannschaft aushalf, ist ab Sommer Vollzeitprofi und soll Christophersen ersetzen. Als Ersatz für Richwien haben die Berliner vor kurzem den 19 Jahre alten Willy Weihrauch vorgestellt. „Wenn nichts Außergewöhnliches mehr passiert, sind unsere Planungen für die neue Saison abgeschlossen“, sagte Manager Hanning. „Wenn das mit Iker nicht so kurzfristig geklappt hätte, dann hätten wir uns natürlich noch einmal umsehen müssen.“ So genügte offenbar ein persönliches Gespräch bei einer Flasche Rotwein, um den Spanier zu überzeugen.

„Ich denke, dass wir gut aufgestellt sind“, sagte Trainer Dagur Sigurdsson. Oder hat sich der Coach womöglich weitere Verstärkungen gewünscht? „Wir müssen sehen, was unsere Möglichkeiten hergeben“, sagte er und legte noch einen kleinen Scherz nach: Falls Nikola Karabatic, der Superstar des FC Barcelona und ehemalige Welthandballer, auf die Idee kommen sollte, für ein Durchschnittssalär in Berlin aufzulaufen, „dann würden wir drüber nachdenken“.

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