Sport : Harte Landung

Alba Berlin muss nach dem 83:92 gegen Debrecen um das Erreichen des Achtelfinals im Uleb-Cup bangen

Benedikt Voigt

Berlin - Als Robert Mayer frierend über den Parkplatz an der Max-Schmeling-Halle lief, war er noch guter Hoffnung. „Bester Besuch bisher beim Uleb-Cup“, sagte der Geschäftsführer von Alba Berlin. Tatsächlich kamen 4719 Zuschauer. Verglichen mit früheren Europaligaabenden waren es allerdings immer noch nicht allzu viele. Womöglich hoffen manche Basketball-Fans noch auf spannende Spiele ab dem Achtelfinale, doch die Chancen auf ein Weiterkommen sind nach dem gestrigen Abend stark gesunken. Nach der 83:92 (43:46)-Niederlage gegen den Tabellenletzten Vadkakasok Debrecen könnte für Alba Berlin der Uleb-Cup bereits nach der Gruppenphase beendet sein.

Für die Ungarn war es war der erste Sieg in diesem Wettbewerb. Alba sollte nun die verbleibenden drei Spiele, darunter zwei Auswärtsspiele, unbedingt gewinnen, um noch eine Chance auf das Achtelfinale zu haben. Seit ein Grippevirus Anfang Dezember die Berliner erwischte, verloren sie fünf von sechs Spielen, darunter die letzten drei Uleb-Cup-Spiele. Auch gestern Abend musste Trainer Emir Mutapcic wieder einen halb kranken Spieler aufbieten. Mithat Demirel durfte sich aber zunächst noch auf der Bank schonen.

Bei den Gästen erwies sich David Toya als Matchwinner. Stefano Garris und Matej Mamic konnten ihn nur selten stoppen. Der slowakische Flügelspieler, der in Uganda geboren ist, kam bis zur Pause bereits auf 20 Punkte, insgesamt erzielte er 29 Punkte. „Aufwachen“, riefen die Zuschauer, als Alba mit 14 Punkten in Rückstand lag. Trainer Mutapcic wechselte Jovo Stanojevic (20 Punkte) wieder ein, und gemeinsam mit Michael Wright (21 Punkte) kämpfte er Alba bis zur Pause wieder heran: 43:46. Als Matej Mamic die Berliner auch noch mit einem Dreipunktewurf wieder in Führung (49:46) warf, schien Alba gegen die Zonenverteidigung endlich in Tritt gekommen zu sein. Doch es kam anders.

Plötzlich leisteten sich die Berliner zahlreiche unerklärliche Fehlpässe, die den Ungarn zu leichten Punkten verhalfen. Innerhalb von vier Minuten geriet Alba durch eine 0:17-Serie deutlich in Rückstand. Trainer Emir Mutapcic musste eine Auszeit nehmen. Bis zum Ende des dritten Viertels verringerte Alba den Rückstand immerhin mühsam auf neun Punkte (61:70). In der 25. Minute stahl Stanojevic nach einem Einwurf den Ungarn unter deren Korb den Ball, Tanel Tein verkürzte auf 75:79. Kurz darauf glich Matej Mamic dreieinhalb Minuten vor dem Ende sogar aus. Die Wende?

Nein, die Ungarn schlugen noch einmal zurück. 93 Sekunden vor dem Ende sahen sich die Berliner 83:88 in Rückstand. Trainer Emir Mutapcic nahm eine Auszeit, doch im nächsten Angriff traf der schwache Gerald Brown nicht. Und Matej Mamic täuschte in der Zone so lange, bis der Schiedsrichter den Angriff abpfiff. Das Spiel war verloren. Das einzig Positive für Alba ist, dass das verunsicherte Team jetzt eineinhalb Wochen Pause hat.

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