Hertha BSC : Dardai setzt auf Sieg

Vor dem Heimspiel gegen Schalke 04 setzt Hertha-Trainer Pal Dardai auf Risiko und gibt sich siegessicher. Er muss aber wohl auf John Anthony Brooks verzichten.

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Pal Dardai geht auf Risiko gegen Schalke 04.
Pal Dardai geht auf Risiko gegen Schalke 04.Foto: dpa

Pal Dardai formuliert ungewöhnlich forsch das Ziel für das Heimspiel gegen den FC Schalke 04 am Sonntag. „Wir werden auf Sieg spielen, alles ist seit Tagen darauf ausgerichtet“, sagt der Trainer von Hertha BSC am Donnerstag. Sein Optimismus speist sich auch aus den Duellen der vergangenen Saison. „Auf Schalke hätten wir fast zu Zehnt gewonnen“; ein Sieg wurde dann das Heimspiel im März (2:0).

Alles, was davor war, interessiere den 40 Jahre alten Ungarn nur am Rande. Nämlich Herthas negative Gesamtbilanz gegen den Klub aus Gelsenkirchen. Von 80 Bundesligaduellen konnten die Berliner lediglich 29 gewinnen – bei 37 Niederlagen. „Wir spüren, dass es für unsere Fans ein ganz besonders Spiel ist, das ist gut für unsere Motivation“, sagt Dardai. Er freue sich sehr auf das Spiel, der Matchplan liege bereit, auch wenn er noch nicht weiß, wer letztlich auflaufen werde.

Mit dem angeschlagenen Innenverteidiger John Anthony Brooks habe er am Donnerstag lange gesprochen. „Ich sehe keine große Chance, dass es bei ihm reicht“, sagte Dardai. Die Position des Amerikaners könnte entweder Fabian Lustenberger oder Niklas Stark übernehmen. Das wiederum hänge mit der Besetzung des Mittelfeldes zusammen. Der ebenfalls lange angeschlagene Per Skjelbred brenne zwar auf seinen Einsatz, doch Dardai habe eben auch festgestellt, dass beim Norweger „noch etwas fehlt“. Letztlich wolle er sich vom Abschlusstraining leiten lassen.

Dabei gehe es ihm auch darum, „wie die Augen der Spieler leuchten“, sagt Dardai. „Wenn wir einhundert Prozent bringen, haben wir eine Chance.“ Davon, dass Schalke sich sehr gut verstärkt hat, aber dennoch mit null Punkten in die Liga gestartet ist, solle sich die Mannschaft nicht leiten lassen. Gegen die Bayern sei das Team von Trainer Markus Weinzierl stark gewesen, am Donnerstag habe sie in Nizza zum Europa-League-Auftakt gewonnen, was alle Spielers Herthas sich anzuschauen hatten.

Dardai hatte seine Spieler beauftragt, sich vor allem das Verhalten der Schalker Neuzugänge anzuschauen. „Wir wollen nicht nur reagieren wie es Nizza tat, sondern wir wollen agieren“, sagt Dardai. „Mit sechs Punkten im Rücken können wir mehr riskieren.“ Bei einem Sieg betrüge der Vorsprung auf Schalke neun Punkte. „Das sind Big Points“, sagt Dardai. Drei Tage später beim FC Bayern sei die Chance kleiner, aber „zu Hause gegen Schalke kannst du mit guter Leistung gewinnen.“ Michael Rosentritt

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