Hertha BSC : Michael Preetz: Liefern oder gehen

Bei Hertha BSC läuft seit Jahren nicht viel zusammen. Manager Michael Preetz ist ein Mitverantwortlicher der Krise - und scheint dennoch unaustauschbar. Warum eigentlich?

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Herthas Manager Michael Preetz hat bei Hertha BSC viel Misserfolg mitzuverantworten.
Herthas Manager Michael Preetz hat bei Hertha BSC viel Misserfolg mitzuverantworten.Foto: dpa

Für gewöhnlich ist ein Trainerjob in der Bundesliga ein Traum. Davon gibt es nur 17 – und den bei Hertha BSC. Hertha zu trainieren, ist wie Reinemachen nach dem Karneval der Kulturen in Kreuzberg.

Schön, der Verein ist erstklassig geblieben, mehr Gutes lässt sich aber auch nicht sagen. In der Rückrunde gewann Hertha gegen ein paar wenige Mannschaften von unten, die diesen Rückstand nicht mehr ganz aufzuholen vermochten. Glück gehabt. Gefühlt haben am Ende andere Hertha ins Ziel gerettet.

Die Hinrunde unter Jos Luhukay schloss Hertha mit 18 Punkten auf Platz 13 ab. Unter Pal Dardai langte es in 15 Spielen der Rückrunde zu 17 Punkten und Platz 16 (in der Rückrundentabelle). An den Trainern kann es nicht gelegen haben, und doch sind sie bei kaum einem Verein in den vergangenen fünf Jahren so rasch ausgetauscht worden. Seltsamerweise von ein und derselben Vereinsführung, die offenbar nie infrage gestellt wird. Manager Michael Preetz und Präsident Werner Gegenbauer lenken und verantworten maßgeblich die Geschicke des Vereins. In ihre Wirkungszeit fallen zwei Abstiege und nun der Fastabstieg. Zu ihrer Leistungsbilanz gehört, dass das größte Fußballunternehmen der Hauptstadt entweder am oberen Rand der Zweiten Liga oder am unteren Rand der Bundesliga stattfindet.

Der Grund dafür war auch in dieser Spielzeit ein biederer Kader. Ein Kader, der einfach nicht gut gebaut ist. Neun Spieler waren im vorigen Sommer geholt worden, um den Kader besser zu machen. Das ist schlicht nicht gelungen. Hier hat die sportliche Leitung klar das Thema verfehlt.

Die inzwischen schon etablierte Unwucht des Kaders zieht sich durch alle Mannschaftsteile, von vorn bis hinten und von links bis rechts. Und nach wie vor fehlen Spieler, die das Spiel tragen und es gestalten können. Dabei ist das nicht ausschließlich eine Frage des Geldes.

Ohnehin fehlt es Hertha weniger an Geld denn an Ideen. Von Visionen mal ganz zu schweigen. Andere Vereine wie die aus Augsburg, Mainz und Köln haben anscheinend Ideen und sind mit Fleiß und Liebe zum Detail dabei, Kader zusammenzustellen, aus denen sich dann funktionierende Gebilde formen lassen.

Das ist auch im Profifußball zuallererst Aufgabe des Managers. Auch so ein Traumjob, vor allem bei Hertha, wo er offenbar unaustauschbar ist.

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