Hertha BSC : Peter Niemeyer und Sandro Wagner im Abseits

Wieder einmal tut sich Hertha BSC mit Umgang mit Spielern schwer, die den Verein verlassen sollen. Diesmal trifft es Peter Niemeyer und Sandro Wagner. Die beiden Profis reagieren dementsprechend.

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Unter sich. Niemeyer (l.) und Wagner sind bei Hertha aussortiert.
Unter sich. Niemeyer (l.) und Wagner sind bei Hertha aussortiert.Foto: dpa

„Habt ihr die Pässe gesehen“, fragte Sandro Wagner beim Verlassen des Trainingsplatzes die anwesenden Zuschauer und Journalisten. Die Antwort gab der 27-Jährige Hertha-Profi gleich selbst: „Jeden Tag ein Stückchen besser – ich werde jetzt ins Mittelfeld gehen!“

Die Fröhlichkeit, mit der Sandro Wagner das sagte, war natürlich eine gespielte. Wer die Geschichte dahinter kennt, erkennt den Sarkasmus. Sandro Wagner ist so etwas wie eine unerwünschte Person beim Berliner Bundesligisten. Wie auch Peter Niemeyer, der frühere Kapitän. Beiden ist vor geraumer Zeit mitgeteilt worden, dass der Klub nicht mehr mit ihnen plane, dass sich beide doch rasch einen neuen Verein suchen mögen. Bereits für das Trainingslager in Österreich, das die Berliner in der vergangenen Woche absolvierten, waren die beiden langjährigen Herthaner aussortiert worden. Sie durften bei Herthas Regionalliga-Mannschaft trainieren.

Am Mittwoch nun, bei der ersten Einheit für die Profis nach der Rückkehr aus Schladming, reihten sich Niemeyer und Wagner wieder ein, aber das auch nur für den allgemeinen Teil der Einheit. Als der restliche Kader aufgeteilt in vier Fünfer- und zwei Zweierteams Spielformen auf kleine Tore übte, mussten sich Wagner und Niemeyer rund fünfzig Meter abseits lange Pässe zuspielen. Das taten die beiden erwartbar lustlos. Gelegentlich schaute Trainer Pal Dardai bei ihnen vorbei, ersparte sich jeden Kommentar.

„Sandro und Peter dürfen mittrainieren, aber bei Spielformen, wenn wir zu viele Spieler haben, nehme ich sie raus“, sagte Dardai später. Auf die Frage, wie lange das gut gehe, antwortete der Ungar: „Solange sie vernünftig mitmachen.“

Beide Spieler stehen noch ein Jahr bei Hertha unter Vertrag. Und beide machen keine Anstalten, sich so einfach abschieben zu lassen. „Ich bin überrascht und bitter enttäuscht!“, hatte Niemeyer gesagt, als er für das Trainingslager aussortiert worden war. Beide Spieler monieren vor allem die Art und Weise, wie Hertha mit ihnen umgehe. Seit Jahren tut sich der Verein schwer im Umgang mit Spielern, von denen man sich trennen möchte. Oft genug musste das Arbeitsgericht eine Lösung herbeiführen.

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