Hertha BSC : Starker Ronny im DFB-Pokal - reicht es für die Bundesliga?

Herthas Brasilianer Ronny zeigt sich im Pokalspiel bei Viktoria Köln in guter Verfassung – fußballerisch und körperlich. Ob es für einen Stammplatz in der Bundesliga reicht, ist trotzdem ungewiss.

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Ein Mann, ein Fuß, ein Tor. Herthas Brasilianer Ronny demonstrierte in Köln mal wieder seine überragende Schusstechnik.
Ein Mann, ein Fuß, ein Tor. Herthas Brasilianer Ronny demonstrierte in Köln mal wieder seine überragende Schusstechnik.Foto: Imago

Über Ronny sprach Jos Luhukay am Samstag gern. Als der Trainer von Hertha BSC nach dem 4:2 beim Regionalligisten Viktoria Köln gebeten wurde, die Leistung seines Spielers zu kommentieren, fand Luhukay jedenfalls warme Worte. „Dieses Tor, dieser Schuss, das kann nicht jeder, nicht mit dieser Schnelligkeit. Er hat das Gefühl und das Timing“, sagte der Niederländer – und meinte Ronnys Führungstreffer in der 33. Minute. Der Brasilianer setzte den Ball mit seinem berühmten linken Fuß aus 20 Metern wuchtig an die Unterkante der Latte. „Unhaltbar“ sei dieser Schuss gewesen, befand Viktorias Trainer Claus-Dieter Wollitz beeindruckt. „Eine Klasse-Aktion.“ Tatsächlich hatte Kölns Keeper Niko Pellatz keine Abwehrchance und Luhukay Grund zur Freude: „Ronny macht einen guten Eindruck. Auch in der Vorbereitung hat er sich sehr gut präsentiert.“

Die drei weiteren Berliner Tore hatten die Neu-Herthaner Roy Beerens, Genki Haraguchi und Julian Schieber erzielt – wobei Ronny Haraguchis Treffer schön vorbereitete. Auch dafür gab es ein Lob vom Trainer: „Ronny hat diese besondere Qualität, Angriffe in die Tiefe einzuleiten. Seine Pässe sind sehr gefährlich.“ Die Viktoria kam zwischenzeitlich zwar auf 2:3 heran, doch da die Berliner ruhig blieben, und, wie der Hertha-Coach es ausdrückte, „die Tore immer im richtigen Moment“ schossen, gerieten sie nicht ernsthaft in Gefahr. Ronny, der zentral hinter Sturmspitze Schieber agierte, wurde zehn Minuten vor Schluss für Alexander Baumjohann ausgewechselt. Ob er jedoch einen Platz in der Startelf beim Bundesliga-Auftakt gegen Werder Bremen am Samstag erhält, ist trotz der guten Leistung in der ersten Pokalrunde ungewiss.

Es ist aber nicht zu übersehen, dass Ronny sich etwas vorgenommen hat. Er ist schlank und austrainiert, unter seinem Trikot wölbt sich kein Bauch mehr. Am Samstag machte er zudem einen für seine Verhältnisse sehr lauffreudigen Eindruck.

Ob der launische Profi aus Fortaleza aber tatsächlich der neue Ronny ist, von dessen Existenz Luhukay überzeugt zu sein scheint, ist nach der Partie in Köln kaum zu beurteilen. Dafür war der Test nicht hart genug. Die Spieler des mutigen, aber limitierten Teams aus der Regionalliga West ließen Ronny sehr viel Raum und Zeit, sich zu entfalten. So wurde er bei seinem Weitschuss nicht im Ansatz gestört – und konnte zaubern.

Doch wie wird es aussehen, wenn es ernst wird? In der Bundesliga werden die Gegenspieler wieder weniger freundlich mit Ronny verfahren. Auch wird er sich dort nicht so sehr aus der Abwehrarbeit heraushalten können wie am Samstag, als Peter Niemeyer und Hajime Hosogai hinter ihm für Sicherheit sorgten und Ronny vieles abnahmen. Wird Ronny damit auf Dauer zurecht kommen?

Jos Luhukay scheint wieder mal an Besserung zu glauben: „Wenn Ronny in Topform ist, führt kein Weg an ihm vorbei“, sagte er in Köln. „Dann ist er eine Verstärkung für jede Mannschaft.“

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