Homosexueller Fußballer Rogers : Das Comeback, das Mut macht

Robbie Rogers spielt wieder Fußball. Als erster Homosexueller, der seine Neigung öffentlich gemacht hat, bestritt Rogers ein Spiel in einer der großen nordamerikanischen Sportligen. Beim 4:0 von LA Galaxy über die Seattle Sounders in der Major League Soccer (MLS) kam er 13 Minuten vor Ende ins Spiel. Es ist ein Schritt, der Mut macht, findet unser Autor.

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Welcome - back. Robbie Rogers am Sonntag.
Welcome - back. Robbie Rogers am Sonntag.Foto: Reuters

Robbie Rogers will wieder spielen. Vor drei Monaten erst hatte sich der Fußballprofi aus den USA als homosexuell geoutet und gleichzeitig mit nur 25 Jahren seine Karriere für beendet erklärt. Doch der Fußball lässt ihn nicht los, Rogers trainiert wieder, bei den Los Angeles Galaxy. Am Sonntag wurde er beim Klub aus der US-Profiliga eingewechselt und spielte für 13 Minuten gegen Seattle. Der 26-Jährige spricht sogar von einem Comeback in der Nationalmannschaft der USA bei der WM 2014. Rogers wäre der erste aktive Nationalspieler überhaupt, der seine homosexuelle Neigung öffentlich gemacht hat. Das wäre mutig, vielleicht ermutigend für andere Kollegen, die unter ihrem Ressourcen verschließenden Versteckspiel leiden. Und trotzdem: Bis jetzt ist der Fall Rogers nur ein Ernstfall mit Einschränkung.

Im US-Profisport wird Homosexualität ernsthafter thematisiert und diskutiert als in vielen Ländern Europas. Es gibt mit dem Basketballer John Collins aus der Profiliga NBA schon einen prominenten aktiven Sportler, der sich geoutet hat - allerdings seitdem nicht in der NBA gespielt hat. Und dann haben fast alle der großen nordamerikanischen Ligen, allen voran die Eishockeyliga NHL, schon Kampagnen gegen Homophobie im Sport gestartet.

In den USA kann Rogers womöglich unbehelligter aufspielen als etwa in Italien oder in einer unteren Liga Englands, wo er zuletzt aktiv war. Am Sonntag, bei seinem Comeback, wurde Rogers von knapp 25 000 Zuschauern bejubelt. Aber die Frage, ob Rogers künftig auf dem Rasen oder um das Spiel herum in den USA mit homophoben Verbalattacken rechnen muss, ist damit natürlich noch nicht beantwortet. Homophobie ist wie Rassismus und Sexismus tief verwurzeltes Übel in allen Gesellschaften. Daher ist Rogers Vorhaben ein kleiner, aber wichtiger Teil im Kampf gegen Vorurteile. Und sollte Rogers tatsächlich bei der WM in Brasilien auf der ganz großen internationalen Bühne auflaufen, dann wird sein Anteil noch größer.

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