Kapitän Fabian Lustenberger : Ein echt echter Typ bei Hertha BSC

Fabian Lustenberger ist alter und neuer Kapitän bei Hertha BSC. Der Schweizer klopft keine großen Sprüche, Anführer kann er trotzdem sein. Ein Kommentar.

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Herthas alter und neuer Kapitän Fabian Lustenberger.
Herthas alter und neuer Kapitän Fabian Lustenberger.Foto: dpa

Der Satz ist fast so ein Klassiker wie das Lied „Blau-weiße Hertha“. Seit Jahren kritisieren Leute im und um den Verein, den Berlinern würden echte Typen fehlen, die vorangehen, die sich reinhauen, auch mal den Mund aufmachen, die unbequem sind.

Wer so etwas behauptet, der wird sich dadurch bestätigt sehen, dass Fabian Lustenberger wieder zum Kapitän bei Hertha ernannt worden ist. Am Freitag verkündete Trainer Pal Dardai, die Mannschaft habe den Schweizer gewählt, dazu auch einen achtköpfigen Mannschaftsrat. Und vordergründig gibt Dardai den Kritikern Recht, wenn er sagt: „Den richtigen, ganz großen Anführer haben wir nicht. Wir haben gute Sportler und gute Charaktere.“

Reicht das denn nicht? Sogenannte echte Typen wie Stefan Effenberg oder Mark van Bommel gibt es kaum noch in der Bundesliga, die Gattung Leitwolf stirbt aus, genauso wie brüllende Tyrannen im Büro allmählich modernen Teamplayern auf dem Chefsessel weichen. Zumindest ist das für jeden Arbeitnehmer zu hoffen.

Lustenberger ist ein kluger Kopf

Lustenberger ist in seiner Außendarstellung sehr vorsichtig, er ist ein kluger Kopf und versucht vor allem, nichts Falsches zu sagen. Das mag vielen bieder vorkommen, aber so reden Fußballer eben heutzutage. Und die Kritiker wissen ja meist nicht, wie ein Spieler spricht, wenn die Kabinentür geschlossen ist. Lustenberger kennt als dienstältester Spieler den Verein mit all seinen Eigenheiten, er weiß sicher, was er wann wie ansprechen sollte und wann nicht. Beim Großteil der Mannschaft kommt er offenbar an, wie die Wahl zeigt. Wer große Anführer fordert, der will meist nur nicht wahrhaben, dass jeder selbst Verantwortung für das große Ganze trägt oder zumindest tragen sollte.

Am Ende führt ein Kapitän eher mit großen Taten als mit großen Worten. Lustenberger ist fit und hat einen Stammplatz, bescheinigt Dardai, er kann mit Leistung vorangehen. Entscheidend ist auf dem Platz. Das mag ein wenig wie Lustenberger klingen, ist aber deshalb nicht falsch.

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