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Karlheinz Förster über Doping im Fußball : "Ich habe nie etwas von Doping gehört"

Karlheinz Förster spielte von 1977 bis 1986 für den VfB Stuttgart. Im Interview mit dem Tagesspiegel weist er Doping-Vorwürfe zurück und präzisiert seine Aussage, "auch mal etwas Unvernünftiges gemacht" zu haben.

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Abwehrspieler Karlheinz Förster war neun Jahre für den VfB Stuttgart aktiv. Zudem wurde der deutsche Nationalspieler 1980 Europameister.
Abwehrspieler Karlheinz Förster war neun Jahre für den VfB Stuttgart aktiv. Zudem wurde der deutsche Nationalspieler 1980...Foto: dpa

Herr Förster, die Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin hat schwere Vorwürfe erhoben. Dort ist die Rede von regelmäßigem Einsatz von Anabolika, also verbotenen Doping mitteln in den 70er und 80er Jahren im Fußball, im speziellen beim VfB Stuttgart und dem SC Freiburg, die Professor Dr. Armin Klümper verabreicht hat...

"...das sind Vorwürfe, die keiner von uns so stehen lassen kann, weil sie nicht zutreffen..."

 . . . das heißt, Sie und andere Ex-Profis aus der damaligen Zeit haben nicht gedopt?

"Ich kann Ihnen sagen, dass das Thema keiner auf die leichte Schulter nimmt..."

Und?

"Wenn solche Vorwürfe im Raum stehen, kann ich zuerst einmal nur für mich sprechen und sagen, ich habe keine Dopingmittel zu mir genommen oder verabreicht bekommen. Ich weiß auch nichts davon, dass andere es getan haben. Deshalb ärgert es mich sehr, dass diese Vorwürfe nun im Raum stehen, der VfB Stuttgart und der SC Freiburg genannt werden, und es ansonsten heißt, man habe keine Namen von Spielern. Abgesehen davon waren viele Spieler aus der Bundesliga bei Professor Klümper in Behandlung.“

Wer?

"Ich bin nicht für die Patientenkartei von Professor Klümper zuständig. Es sind in verschiedenen Medien schon einige Namen genannt worden, ich war aber nicht dabei als die dort gewesen sein sollen."

Doping im Fußball - die prominentesten Fälle
Er gilt als einer der größten Fußballer aller Zeiten. Doch leider war Diego Maradona auch groß bei Skandalen dabei.Weitere Bilder anzeigen
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22.02.2013 13:31Er gilt als einer der größten Fußballer aller Zeiten. Doch leider war Diego Maradona auch groß bei Skandalen dabei.

In einer Dokumentation des SWR über Armin Klümper werden Sie mit dem Satz zitiert: „Da hat man auch mal was Unvernünftiges gemacht“. Das klingt wie ein Geständnis.

"Das habe ich gesagt, aber nicht zum Thema Doping. Dabei ging es um die Situation, dass man dem Arzt gesagt hat: Ich muss Samstag spielen, es ist wichtig. Dann ging es um fit spritzen für ein Spiel. Da ging es um eine Entzündung im Sprunggelenk, nicht um Doping.  Wenn Sie ein dickes Sprunggelenk haben und am Samstag spielen wollen, hilft ihnen Anabolika sicher nicht weiter."

Das meinten Sie mit "etwas Unvernünftiges gemacht"?

"Ja, ich habe bis heute große Probleme mit beiden Sprunggelenken – und habe mehrere Operationen hinter mir. Unvernünftig war, mit einer Verletzung zu spielen und  - wie man heute sieht – seine eigene Gesundheit nachhaltig aufs Spiel zu setzen."

Doping war nie ein Thema bei Ihnen und Ihren Teamkollegen?

"Nein, ich habe nie etwas davon gehört. Und, ich habe keinen darüber sprechen hören."

Die Freiburger Kommission spricht von einem Einsatz anaboler Steroide in „größerem Umfang“.

"Ganz ehrlich, wie man darauf kommt ist mir schleierhaft."

Sie haben nie Nachschub verlangt, wie es laut Kommission beim VfB Stuttgart einmal der Fall gewesen sein soll?

"Erstens sagt die Kommission, man weiß von einem angeblichen Fall als ein Mittel nachbestellt wurde. Wie gesagt, einmal. Ich habe es nicht geordert – und auch vorher keines."

Wann sind Ihnen im Fußball Dopingkontrollen begegnet?

"Im Vereinsfußball 1986 nach meinem Wechsel zu Olympique Marseille, vorher gab es schon bei Europameisterschaften und Weltmeisterschaften regelmäßig Kontrollen."

Das Gespräch führte Oliver Trust.

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