Sport : Kein Geld für niemand

TeBe steht erneut vor dem wirtschaftlichen Aus

von

Berlin – Beim Fußball-Regionalligisten Tennis Borussia ist die Insolvenzgefahr zuletzt immer größer geworden. Vorstandschef Mario Weinkauf hatte intern schon für Donnerstag den Gang zum Insolvenzrichter angekündigt, wenn kein frisches Geld aufs Konto kommen würde. Die Frist wurde bis Freitag verlängert, nachdem sich Aufsichtsrat Willy Kausch am Donnerstagnachmittag in Kreuzberg mit potenziellen Geldgebern getroffen hatte. Wenn es nicht noch eine überraschende Rettung gibt, droht am Montag der Gang vor den Insolvenzrichter.

Die Spieler sind schon lange bedient. „Das letzte Geld habe ich am 8. Februar bekommen“, sagt Felix Below. Der gestrige Freitag war auch für den Kapitän und seine Kollegen so etwas wie eine Deadline. Damit die Mannschaft am Sonntag zum Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg II antritt, hat Kausch jedem Spieler kurzfristig 500 Euro versprochen – sonst hätten sich einige gar nicht erst auf die Reise gemacht. Fatih Yigitusagi und Tim Lensinger sind sogar schon einen Schritt weiter: Sie gehen inzwischen mit anwaltlichem Beistand gegen den Verein vor. Das bestätigte Daniel Scheinhardt. Der Berater, früherer Spieler von Hertha BSC und TeBe, beauftragte Rechtsanwalt Dirk Greiser mit der Betreuung seiner Klienten. Greiser hatte dem Verein eine Zahlungsfrist gesetzt, die gestern ablief.

Noch Ende März hatte TeBe mit der öffentlichkeitswirksamen Vorstellung von Werner Lorant als neuem Sportdirektor die Hoffnung auf die baldige finanzielle Rettung suggeriert. Im Schlepptau von Lorant wollte sich eine immer noch geheim gehaltene Sponsorengruppe engagieren. Die Lizenzunterlagen für die kommende Saison wurden am 1. April fristgerecht beim Deutschen Fußball-Bund eingereicht. Doch die von den Sponsoren für Ende März versprochene und laut Weinkauf vertraglich fixierte Zahlung in Höhe von 200 000 Euro ging nicht ein. Damit sollten laufende Kosten wie die Gehälter der Spieler, Trainer und Geschäftsstellenmitarbeiter beglichen werden. „Die Rechnungen wurden gestellt. Wir haben sie angemahnt“, sagt Weinkauf. Lorant gab an, am Donnerstag und Freitag rund um die Uhr verhandelt zu haben. Seiner Meinung nach seien die Zahlungen ausgeblieben, „weil sehr viele Dinge dazugekommen wären“.Matthias Koch

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben