Sport : Keine Zweifel an Europa

Hannover 96 verdrängt die Bayern von Platz drei – und sieht sich schon im internationalen Geschäft. Unklar ist nur, in welchem

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Das Ziel ist greifbar nahe. Nach dem Sieg gegen Mainz feiert Hannovers Altin Lala mit den euphorischen Fans. Foto: dapd
Das Ziel ist greifbar nahe. Nach dem Sieg gegen Mainz feiert Hannovers Altin Lala mit den euphorischen Fans. Foto: dapdFoto: dapd

Auf ihrem Weg zurück vom Stadion in die Umkleidekabine tollen die siegreichen Profis von Hannover 96 gerne wie kleine Jungs herum. Gestern, als sie auch ihren hartnäckigen Verfolger Mainz 05 mit 2:0 (1:0) besiegt hatten, gab es wieder euphorischen Jubel zu hören und so manchen Schabernack zu sehen. Die Mannschaft war soeben von einer Ehrenrunde im mit 48000 Zuschauern gefüllten Stadion zurückgekehrt. Die Fans hatten erneut vom Europapokal gesungen. „Die letzten 20 Minuten waren wie im Rausch“, beschrieb Trainer Mirko Slomka die Stimmung im Stadion.

Der Blick auf die Tabelle, in der Hannover 96 wieder auf dem dritten Rang noch vor dem FC Bayern München geführt wird, ließ die erstklassige Stimmung weiter steigen. „Europäischer Fußball? Wir sind dabei. Ich habe keine Zweifel mehr“, sagte etwa Sergio Pinto, der überragende Spieler im 96-Team.

Die böse Frage, ob der Sieg gegen Mainz glücklich oder verdient war, wischt ein geradliniger Typ wie Pinto mit wenigen Worten vom Tisch. „Wir arbeiten hier hart und werden nicht nachlassen“, versicherte der Portugiese, der den Führungstreffer durch Ya Konan in der 45. Minute vorbereitet und das erlösende 2:0 in der 59. Minute selbst erzielt hatte. Zu dem Arbeitssieg gegen die Mainzer, die für ihre Verhältnisse recht zurückhaltend aufgetreten waren, hatte Sekunden vor der Halbzeit Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer einen Beitrag geleistet. Nach Pintos herrlichem Pass war der Mainzer Verteidiger Nikolce Noveski im Zweikampf mit Mohammed Abdellaoue so ungeschickt zu Werke gegangen, dass der Unparteiische auf ein elfmeterreifes Foul und Platzverweis entschied. Kinhöfers Urteil war hart, aber wohl vertretbar und brachte die Mainzer außer Tritt. „Wir wollten hier gefährliche Nadelstiche setzen“, sagte Mainz’ Trainer Thomas Tuchel, der aber mit seiner Elf an Grenzen stieß und von Hannover im Kampf um einen Platz im europäischen Geschäft auf Distanz gehalten wurde.

Das Duell zwischen Hannover und Mainz war über weite Strecken ein zähes Ringen, weil beide Trainer keinen taktischen Fehler begehen zu wollen. Sowohl 96-Chefcoach Mirko Slomka als auch der Mainzer Tuchel verordneten ihrem Team angesichts der Konterstärke des Gegners eine zurückhaltende Spielweise. Die beiden besten Gelegenheiten für die Mainzer vergab Stürmer Sami Allagui. Auf der anderen Seite war Hannover wie gewohnt gefährlich, wenn Ya Konan seine Schnelligkeit ausspielte.

Dass die Fans in Hannover ihren Liebling dennoch feierten, lag an seiner Treffsicherheit vom Elfmeterpunkt und seinem unermüdlichen Einsatz. Ya Konan ist und bleibt der Erfolgsgarant für die Niedersachsen. Die Aussicht darauf, dass Hannover 96 die Saison vor dem FC Bayern München beenden könnte, zauberte ihm wieder ein Lächeln ins Gesicht. „Wenn Gott uns die Champions League gibt, dann ist es gut“, sagte Ya Konan.

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