Kommentar : Wird Bamberg der nächste Serienmeister?

Die Bamberger Basketballer könnten sich nach Leverkusen und Alba Berlin endgültig zum dritten Serienmeister der neueren deutschen Basketballgeschichte aufschwingen und eines der Argumente widerlegen, mit dem Alba sein schwaches Saisonende entschuldigt hat.

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Die Bamberger John Goldsberry (v. l. n. r.), Karsten Tadda und Sharrod Ford klatschen nach dem 98:79-Sieg mit den Fans ab.
Die Bamberger John Goldsberry (v. l. n. r.), Karsten Tadda und Sharrod Ford klatschen nach dem 98:79-Sieg mit den Fans ab.Foto: dpa

Die Verantwortlichen von Alba Berlin werden das am Sonntag beginnende Finale (14.35 Uhr, live bei Sport1) um die deutsche Basketball-Meisterschaft nur schweren Herzens verfolgen. Nicht nur, weil die Berliner bereits im Viertelfinale überraschend deutlich gescheitert sind, sondern auch weil Bambergs Basketballer soeben eines ihrer Argumente für das schwache Abschneiden der Berliner widerlegen. Die vielen Spiele in der Euroleague seien Schuld daran, dass ihr Team am Ende immer schwächer wurde, hieß es bei Alba Berlin entschuldigend.

Doch was machen die Bamberger, die ebenfalls in der strapaziösen 14 Spiele währenden Euroleague-Zwischenrunde beschäftigt waren? Sie werden zu Saisonende immer besser.

Die Bamberger haben es geschafft, Widrigkeiten wie Unruhe und Verletzungen, die auch sie zur Saisonmitte ereilt hatten, zu überwinden und eine funktionierende Hierarchie im Team zu etablieren, wenn es am wichtigsten ist: in den Play-offs. Dabei hat dem Team sicherlich auch das Bewusstsein geholfen, amtierender Meister zu sein. Nun aber kann die Mannschaft von Trainer Chris Fleming sogar Historisches schaffen.

Die Bamberger Basketballer haben die Chance, sich nach Leverkusen (1990 bis 1996) und Alba Berlin (1997 bis 2003) endgültig zum dritten Serienmeister der neueren deutschen Basketballgeschichte aufzuschwingen. Schlagen sie im Finale auch Oldenburg um den ehemaligen Berliner Julius Jenkins, können sie auf den vierten Titel in Serie zurückblicken. Das ist deshalb so bemerkenswert, weil alle Experten das Ende der Serienmeister im deutschen Basketball ausgerufen hatten. Zu stark und ausgeglichen sei die Liga geworden, zu groß der Favoritenkreis, der nun auch noch den FC Bayern umfasst. Bamberg kann auch sie widerlegen.

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