Kommentar zur Champions League : Weg mit den kleinen Klubs!

Bayer Leverkusen oder Lazio Rom - nur einer der beiden Klubs schafft es in die Champions League. Weil Michel Platini kleinere Verbände hofiert. Doch das schadet der Attraktivität des Wettbewerbs, findet unser Autor.

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Was wollt ihr denn hier? Der FC Nordsjaelland (Spieler links) hat auch schon Champions League gespielt und dabei in der Gruppenphase 2012/13 bei 4:22 Toren genau einen Punkt in sechs Spielen geholt. Foto: dapd
Was wollt ihr denn hier? Der FC Nordsjaelland (Spieler links) hat auch schon Champions League gespielt und dabei in der...Foto: dapd

Roger Schmidt hat recht. Dem Aufeinandertreffen mit Lazio Rom bescheinigt der Trainer von Bayer Leverkusen „Achtelfinal-Charakter“. Leverkusen gegen Lazio im Achtelfinale der Champions League, das wäre eine attraktive Paarung. Zustandekommen wird sie aber nicht, jedenfalls nicht in dieser Saison. Beide Mannschaften treffen heute in der letzten Qualifikationsrunde aufeinander. Der Verlierer muss in der Europa League spielen.

Vom europäischen Verband, der Uefa, ist das so gewollt. Ihr Präsident Michel Platini hatte einst beschlossen, den Meistern kleinerer Verbände den Zugang zur Champions League zu erleichtern. Sie können in der Qualifikation nicht mehr auf die Dritt- oder Viertplatzierten der großen Verbände Spanien, England, Deutschland oder Italien treffen. In der Praxis heißt das, dass FK Astana aus Kasachstan und Apoel Nikosia aus Zypern einen Teilnehmer ausspielen, während Leverkusen und Lazio oder Valencia und Monaco aufeinandertreffen.

Für die Attraktivität der Champions League ist diese Regel nicht zuträglich. Sie gehört abgeschafft. So gut wie kein Vertreter aus kleineren Verbänden konnte in den vergangenen Jahren seine Teilnahmeberechtigung an der Champions League nachweisen. Ludogorets Razgrad, Apoel Nikosia, Viktoria Pilzen, FC Nordsjaelland oder Otelul Galati – alle scheiterten kläglich. Ihr Mitwirken hat die Gruppenphase vorhersehbarer gemacht, Ergebnisse wie 5:0 oder 6:1 sind längst eher Regel als Ausnahme. Genutzt hat das nur Platini, der mit seiner Strategie erfolgreich Stimmenfang betreiben konnte.

Dabei ist grundsätzlich nichts gegen die Teilnahme von Außenseitern zu sagen. Sollten sie sich sportlich qualifizieren, indem sie schwere Gegner aus den stärksten Nationen besiegen, hätten sie ihre Wettbewerbstauglichkeit nachgewiesen. So weit will es Michel Platini aber nicht kommen lassen.

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