Krawalle bei Rostock gegen Hertha : Eine Blamage für den Fußball

Hansa Rostock hat eine große Chance vertan. Weil einige Chaoten sich im Pokalspiel gegen Hertha wichtiger nehmen als den Verein. Ein Kommentar.

Hannes Hilbrecht
Maskierte Rostocker Chaoten zündeln im eigenen Stadion.
Maskierte Rostocker Chaoten zündeln im eigenen Stadion.Foto: Reuters

Es sollte für jeden Rostocker Fan ein Feiertag werden. Montagabend, DFB-Pokal gegen Hertha BSC, live in der ARD. Ein großer Auftritt für den Verein, vor allem eine Chance. Die einmalige Möglichkeit für den abgestürzten früheren Bundesligisten zu zeigen: Der FC Hansa ist ein Verein, der in der Bundesliga fehlt. So ein Spiel kann Fans und Sponsoren gewinnen, und somit auch das Kapital, das der Klub dringend benötigt.

75 Spielminuten lang nutzte Hansa Rostock diese Chance. Mit Leidenschaft auf der Tribüne und auf dem Platz. Die Rostocker Spieler ackerten gegen den Favoriten so beherzt, dass das Spiel in der Schlussphase noch vollkommen offen war. Doch dann ging es los. Die Hertha-Fans hatten direkt nach der Halbzeitpause gezündelt, in der 76. Minute taten sie es nochmal. Raketen flogen in den Hansa-Block.

Die Strafen werden auch die anständigen Fans treffen

Die Rostocker hingegen zündeten eine erbeutete Kurven-Fahne der Berliner an. Sitze brannten. Im eigenen Stadion. Durch die eigene Hand. 17 lange Minuten war das Spiel unterbrochen. Ein Abbruch schien nicht ausgeschlossen. Eine deutschlandweite Blamage.

Der Auftritt der Chaoten hat dem Verein auf vielen Ebenen geschadet. Sie haben junge Spieler, die alles gegeben haben, im Stich gelassen, als sie ihre Fans am meisten brauchten. Sie haben den restlichen Fans den Abend zerstört und dem Ansehen des Vereins geschadet. Die Strafen des DFB, der Hansa erst kürzlich wieder unter Bewährung stellte, werden drastisch ausfallen und auch die anständigen Fans treffen, die lautstark gegen den eigenen Anhang protestierten.

Genutzt, und das ist der Punkt, hat der Auftritt nur den Randalierern, auf beiden Seiten. In Europa teilen Gleichgesinnte Fotos und Youtube-Videos und applaudieren. Und genau darum ging es den Störenfrieden. Um sich wie Gewinner zu fühlen, haben sie ihre Mannschaft verlieren lassen. Neben, aber auch auf dem Platz.

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