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Marcel Reifs Kolumne : Das Konzept Rafael van der Vaart

23.09.2012 13:08 Uhrvon
Marcel Reif. TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist.Bild vergrößern
Marcel Reif. TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist. - Foto: dpa

Unser Kolumnist Marcel Reif analysiert die Strategie des Hamburger SV nach dem Sieg über den Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund - und zweifelt, ob Superstar Rafael van der Vaart allein ausreicht.

Heung-Min Son machte das Tor, die Flanke kam von Rafael van der Vaart. Das war kurz nach Anpfiff des Spiels gegen Borussia Dortmund. Mitte der ersten Halbzeit rauschte van der Vaart im defensiven Mittelfeld in Moritz Leitner, holte den Gegenspieler von den Beinen und sich die Gelbe Karte ab, es war die erste des Spiels.

Wenn man so will, umschreiben beide Szenen das Konzept des Hamburger SV, aus der Misere zu kommen. Das Konzept heißt Rafael van der Vaart. Nicht weniger. Aber vor allem nicht mehr. Und dann melde ich doch meine Zweifel an, ob dergleichen ausreicht. Ob das im Jahre 2012 genügt, dass irgendein Milliardär daherkommt, sich ein Spielzeug kauft und sich damit zum Retter aufschwingt.

Wenn das funktioniert, nicht nur im Moment einer Vorlage und einer Grätsche, sondern nachhaltig, dann müssen wohl alle Erfahrungen der vergangenen Jahre in den Müll gekippt werden.

Denn eigentlich haben wir doch gelernt, dass Heldenfußball nur noch bedingt erfolgreich ist. Der FC Bayern München hat es in den vergangenen beiden Spielzeiten schmerzhaft erfahren, wohin die Abhängigkeit von ein, zwei Superstars führt. Zu nichts. Und umgekehrt hat der Hamburger Gegner, Borussia Dortmund, in diesen beiden Jahren demonstriert, dass eine Idee vom Fußball, eine Anlage, ein Konzept, mehr Punkte einfährt, als es ein einzelner überragender Spieler vermag.

Der vierte Bundesligaspieltag in Bildern

Und der Hamburger SV? Der war mal ebenbürtig mit den Großen der Liga, der hatte einen Plan, der hatte Erfolg und Männer, die wussten, wann und was sie zu sagen hatten. Wer hat heute eigentlich das Sagen beim HSV? Der Herr Kühne, der Milliardär, der den Van-der-Vaart-Transfer ermöglicht hat? Oder vielleicht doch van der Vaart selber? Möglicherweise dessen glamouröse Gattin Sylvie?

Will sagen: Der Hamburger SV hat bravourös gespielt gegen das beherrschende Team der vergangenen beiden Jahre. Das ist unbestritten. Und er hat dabei gezeigt, dass er immerhin wieder Lust hat, sich dem Niedergang entgegenzustemmen. Aber warum nur habe ich das Gefühl, dass das nicht mehr Aussagekraft hat als ein überraschender Sieg eines Underdogs im Pokal? Weil es eben mittel- und langfristig nicht mehr genügt, einen Messias zu engagieren, der allein für die Spielkunst, für die Kampfkraft, den Optimismus, das Selbstwertgefühl und darüber hinaus auch noch für die Weite-Welt- Schlagzeilen fernab des Spielfeldes zuständig ist.

Der Sieg über die Borussia? Ein Sieg für Rafael van der Vaart. Aber auch für den Hamburger SV?

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