Marcel Reifs Kolumne : Die drei Trainer-Fragezeichen

Alles ist starr, nichts tut sich mehr in der Bundesliga, acht Spieltage vor dem Saisonende, meint unser Kolumnist Marcel Reif. Nur unter den Trainern ist noch mächtig Bewegung.

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Marcel Reif
Marcel Reif. TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist.Foto: dpa

Alles ist starr, nichts tut sich mehr in der Liga. Die Meisterschaft ist entschieden, wer nächstes Jahr in der Europa League spielt, interessiert sowieso kaum jemanden. Die Saison, sie ist im Grunde vorbei, nur in der Abstiegsfrage macht es Augsburg noch einmal spannender als es den Düsseldorfern und Stuttgartern lieb sein dürfte. Ob das der Grund ist, dass bei den Trainern so viel in Bewegung ist wie selten einmal?

Ein paar Trainer gibt es, über deren nähere Zukunft man kein Wort verlieren muss. Christian Streich in Freiburg, Thomas Tuchel in Mainz, die sind sakrosankt zurzeit, ebenso wie Jürgen Klopp in Dortmund, und auch Jupp Heynckes taugt nicht wirklich für die Rolle als lame duck. Über Thomas Schaaf könnte man reden, irgendwann gehen Ären vorbei, die Verantwortlichen in Bremen reden trotzdem nicht darüber. Schaaf wird wohl noch Cheftrainer bei Werder sein, wenn der Sankt Nimmerleinstag eingeläutet wird.

Aber in Leverkusen ist man sich zum Beispiel nicht mehr so hundertprozentig sicher, dass diese schwierige Doppelspitze aus Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski wirklich der Weisheit letzter Schluss ist. Der Häufigkeit der Dementis, lässt darauf schließen, dass der Zwist zwischen beiden nicht nur erfunden ist. Und wenn es in irgendeiner Frage Unruhe gibt, kann Schalke nicht weit sein. Mit Trainer Keller will man nicht, verständlich vielleicht, weil das eben nur manchmal funktioniert, gegen Galatasaray aber nicht. Und wenn Schalke auch noch die Champions League verpasst, wofür es in Nürnberg zahlreiche Indizien gab, werden in Schalke aus langen Gesichtern verzweifelte Gesichter werden. Und Armin Veh wird wieder ante portas stehen. Was wiederum direkte Auswirkungen auf Eintracht Frankfurt hat. Die Eintracht hat unter Veh eine wunderbare Saison gespielt, fängt aber nun an zu schwächeln.

Zufall? Ermüdungen eines Aufsteigers? Nein, nein, Mannschaften spüren, wenn sich Trainer anderweitig orientieren. Es hängt eben alles mit allem zusammen. Weswegen es in dieser fast entschiedenen Saison auch nicht verwundert, dass vor allem Trainer noch für Überraschungen sorgen. Wenn deren Pfründe auch noch verteilt sind, ist wirklich alles gesagt zur Saison 2012/2013.

Marcel Reif ist Chefkommentator bei Sky.

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