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Marcel Reifs Kolumne : Hertha braucht sportlichen Sachverstand

19.02.2012 00:00 Uhrvon
Marcel Reif: TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist.Bild vergrößern
Marcel Reif: TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist. - Foto: dpa

Nach der überraschenden Verpflichtung von Otto Rehhagel als neuen Trainer richtet unser Kolumnist Marcel Reif seinen Blick mal wieder auf Hertha BSC und er stellt fest: Es fehlt an sportlicher Kompetenz im Verein.

Man kann natürlich mit vielen guten Gründen sagen, dass sich Hertha BSC mit der Verpflichtung von Otto Rehhagel zurückkatapultiert in die Sechzigerjahre, als Rehhagel als Spieler in Berlin ankam, in die Siebzigerjahre, als die Führung bei Hertha eher suboptimal war. Aber was gibt es Positives zu sagen zum Klub der Hauptstadt? Dass der Verein im Vergleich zu den teilweise kriminellen Machenschaften der Vergangenheit inzwischen seriös geführt wird. Und dass das Stadion sehr schön ist.

Was braucht man noch? Finanzen, die sind nicht ausreichend vorhanden. Einen Investor, der, wie in anderen europäischen Hauptstädten, einen großen Klub etablieren möchte.

Und vor allen Dingen braucht es sportlichen Sachverstand. Aber mit dem scheint Hertha schon länger nicht mehr gesegnet zu sein. Ist es nicht eine Bankrotterklärung von Michael Preetz, Otto Rehhagel zu engagieren? Dem kann er nichts mehr vormachen, den kann er nicht mehr reinlegen, der weiß alles vom Geschäft, auf jeden Fall viel mehr, als alle in der Hertha-Geschäftsstelle zusammen.

Es brennt bei der Hertha, auch wenn sie sich gestern – erwartbar – achtbar aus der Affäre gezogen haben gegen den Meister aus Dortmund. Aber hanebüchen war alles, was in den vergangenen Wochen geschehen ist, und wehe, wenn die drei Mannschaften ganz unten in der Tabelle plötzlich anfangen zu siegen. Ob das alles Rehhagel richten kann? Es kommt mit Rehhagel, bei aller Skepsis über das Rehhagelsche System, sportliche Kompetenz in den Klub, ohne die geht es nun mal nicht. Und nochmal die Gegenfrage: Reicht Kompetenz eines Einzelnen aus, wenn der Rest im Verein dilettiert? Was, wenn der Plan nicht aufgeht und Hertha die Klasse auch mit Rehhagel nicht halten kann? Dann wird Ralf Rangnick, der designierte Mann für eine bessere Zukunft, eher nicht nach Berlin ziehen. Hat dann René Tretschok, der die Mannschaft in der vergangenen Woche augenscheinlich erreicht hat, die notwendige Ausbildung für einen Bundesligatrainer absolviert?

Nein, Hertha ist mit dieser überraschenden Personalie und trotz dem gestrigen Aufbäumen noch lange nicht aus dem Schlamassel. Mit einem Sportdirektor, der mehr oder weniger offen erklärt, seinen Job nicht zu können und auf die Hilfe eines Rentiers angewiesen zu sein, wird die Befreiung aus diesem Schlamassel nicht leicht sein. Noch einmal die Frage, was es Positives zur Hertha zu sagen gibt: Der Sportdirektor hat jetzt einen vor ihm sitzen, nicht neben ihm, von dem er viel, sehr viel lernen kann. Allerdings, schafft Rehhagel das Ziel auch nicht, dürfte dem Sportdirektor diese Lehrzeit auch nichts mehr nutzen.

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