Marcel Reifs Kolumne : Sieben auf einen Streich im Keller

Unser Kolumnist Marcel Reif blickt nach unten, denn der Tabellenkeller ist zurzeit spannender als die Spitze. Dort müssen in dieser Saison sieben Vereine um den Klassenerhalt bangen.

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Marcel Reif
Marcel Reif. TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist.Foto: dpa

Nun ja, ob die drei Abstiegskandidaten schon feststehen? Die Spielvereinigung aus Fürth, die dürfte dabei sein. Ein Aufsteiger, der sich verirrt hat in der Bundesliga. Die Neueinkäufe haben, aus welchen Gründen auch immer, nicht geklappt. Aber sie machen es ordentlich in Fürth, werden nicht hysterisch, machen keine unsinnige Aktionen, die ohnehin nicht greifen würden, nehmen es hin: Ein Ausflug in die große Fußballwelt, der zu Ende geht.

Ähnlich sieht es in Augsburg aus, obwohl dort mit dem Aufrücken auf Rang 16 gerade wieder Hoffnung geschöpft wird. Dort haben sie mit viel Fortune, viel Glück und viel Euphorie eine Saison überstanden, die sie eigentlich nicht hätten überstehen können. Aber nun geht es nicht mehr, nun reichen weder Fortune, Glück, noch Euphorie, jetzt ist Alltag. Und der ist zu schwierig für den FC Augsburg.

Der wahrscheinlichere Kandidat für Platz 16 scheint Hoffenheim zu sein. Da hatten sie mal eine Idee, ob die tragfähig war, sei dahingestellt. Was sie auf dem Dorf jetzt darstellen, ist die Demonstration, gar keinen Plan zu haben. Nicht für eine Zukunft, und schon gar nicht für einen zu vermeidenden Abstieg. Ein Mäzen, der sich einmischt, reicht nicht.

Was Hoffenheim helfen kann, ist die Schwäche anderer Teams. Allen voran die so sicher gestartete Fortuna aus Düsseldorf. Die scheint inzwischen, tut mir leid, Gefallen gefunden zu haben an der Selbstzerstörung. Oder kann man die Eigentore der Fortuna, die Nachlässigkeiten in der Abwehr anders bewerten? Wer sich so nachlässig und leichtfertig in der Abwehr anstellt, wer die Tore freiwillig nicht vorne, sondern hinten schießt, dürfte Probleme bekommen, die Liga zu halten.

Aber vielleicht wird die Fortuna ja durch die anderen Kandidaten gerettet. Zu denen ist Bremen zu rechnen, wo sie die Trennung von Klaus Allofs absolut noch nicht verdaut haben. Da ist auch der 1. FC Nürnberg zu nennen, das hat schon Tradition, der Club zählt immer zu den Anwärtern auf die Zweite Liga. Und da ist auch der Klub des Volkswagenkonzerns zu erwähnen. Konstanz ist etwas anderes. Keine Frage, der aufgeblähte Kader hat nichts in den tieferen Regionen zu suchen. Aber er steht dort, und bislang hat kaum etwas gegriffen, was sie in Wolfsburg unternommen haben, um das zu ändern.

Das ist der Kandidatenkreis. Mainz, Aufsteiger Frankfurt sind auszuschließen. Zu viel Hand, zu viel Fuß haben die dortigen Aktivitäten. Mit Sinn und Verstand wird dort gearbeitet, und wenn die Eintracht ihre Probleme mit den Fans in den Griff bekommt, kann Frankfurt wieder an alte Traditionen anknüpfen.

Und an der Spitze? Ach, schauen wir lieber nach unten, da ist es spannender.

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