Marcel Reifs Kolumne : Wie der Meier, so die Eintracht

In seiner aktuellen Kolumne widmet sich Marcel Reif dem Phänomen Eintracht Frankfurt, das vor allem von einem Spieler verkörpert wird: Alexander Meier.

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Alles Meier, oder was?
Alles Meier, oder was?Foto: dpa

Alexander Meier ist nun leider verletzt. Der Mann, der so wichtig ist für die Eintracht aus Frankfurt. Nicht, dass Alexander Meier mal Fußballer des Jahres werden würde, nicht Weltfußballer, nicht Europas Bester, nicht einmal Kicker des Jahres in Deutschland. Aber wichtig ist er für die Eintracht.

Und wird seine Verletzung die Eintracht beschädigen? Sie zurückwerfen in ihrer Entwicklung? Sie in den Abstiegsstrudel geraten lassen, der ihr immer wieder prophezeit wird? Mitnichten. Die Eintracht macht einfach immer weiter auf dem Gang ihrer Möglichkeiten. Und das ist es, was Spieler wie Alex Meier verkörpern: Wir sind nicht die Größten, wir sind keine Überflieger, wir heißen nicht Messi, Ribéry oder Schweinsteiger, wir machen nur unseren Job.

Wie der Meier, so die Eintracht. Sie macht ihren Job. Armin Veh, der Trainer, der war mal Trainer des Jahres, der war mal Deutscher Meister. Dann lief es mal nicht so gut. Und nun ist er angekommen, ist der richtige Mann am richtigen Platz zum richtigen Zeitpunkt. Heribert Bruchhagen, der Vorstandschef. Der hat wahrlich in seinem Leben schon viel gesehen. War er nicht auch mal in Gütersloh? War er. Dem kann man nichts mehr vormachen in diesem Fußballleben.

Marcel Reif
Marcel Reif. TV-Reporter und Tagesspiegel-Kolumnist.Foto: dpa

Was ich meine: Da haben sich zwei gefunden, die sich nichts mehr vorgaukeln müssen, die sich einfach nur ernst nehmen. Na klar, auch dieser Kader der Eintracht ist zu verbessern. Mit Messi, mit Ribéry, mit Schweinsteiger. Und dann sagt der Vorstandschef, er muss es sagen: Nicht unsere Liga. Warum auch sollte sie in diese Liga einsteigen? Weil sie mal der erste deutsche Klub waren, der im Finale des Europapokals der Landesmeister stand? Weil Lebbe immer weiter ging? Weil sie wunderbare Spieler hatten wie Grabowski, Hölzenbein, Möller, Bein, Yeboah undsoweiter? Weil sie dann irgendwann den Zug verpassten, der in die Champions League fährt? In der Geschichte sollte Frankfurt, Stichwort Paulskirche, auch mal deutsche Hauptstadt werden. Und vielleicht haben sie viel zu lange von dieser Hoffnung geträumt.

Frankfurt wurde Bankenhauptstadt, mehr nicht, aber auch nicht weniger, Geld ist also da. Und das verwaltet das Duo Bruchhagen/Veh mehr als geschickt. Bauen Spieler auf, die sie abgeben müssen, weil sie sie nicht halten können. Sanieren sich damit und ziehen Spieler heran, die gar nicht mehr weg wollen, weil die Eintracht eine Größe geworden ist. Die Eintracht aus Frankfurt war numerisch schon mal weiter, als sie heute ist. Aber wahrscheinlich war sie noch nie so weit, wie sie heute ist. Sie ist jetzt sehr Alexander Meier: Chapeau!

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